Platzeck will es noch mal wissen

In Umfragen  stets die unangefochtene Nummer eins im Land: Ministerpräsident Matthias Platzeck Foto: dpa
In Umfragen stets die unangefochtene Nummer eins im Land: Ministerpräsident Matthias Platzeck Foto: dpa

svz.de von
26. Juni 2012, 08:55 Uhr

Potsdam | Genau heute vor zehn Jahren war der erste Arbeitstag von Matthias Platzeck als Ministerpräsident Brandenburgs. Und er will es noch einmal wissen. Auf eine mögliche weitere Amtszeit nach der Landtagswahl im Jahr 2014 angesprochen, sagte der Regierungschef: "Ich bin von Natur aus ein Pflichtmensch." Wenn die SPD das wolle, werde er wieder antreten. "Ich übe das Amt mit Leidenschaft aus, weil ich das Land liebe", sagte Platzeck am Dienstag.

Nach zehn Jahren im Amt hat der SPD-Politiker die Fortschritte im Land hervorgehoben. Brandenburg sei seit 2002 erheblich vorangekommen. Der Regierungschef erinnerte an die hohe Arbeitslosigkeit und die angespannte Haushaltslage vor zehn Jahren. "Wir haben die Ärmel hochgekrempelt und viele Dinge verändert", sagte Platzeck. Unter anderem sei die Wirtschaftsförderung umgestellt worden.

Inzwischen habe sich die Arbeitslosigkeit halbiert, und in der Wirtschaftsentwicklung stehe Brandenburg im Ländervergleich ganz vorn, betonte Platzeck. Zudem habe das Land im vergangenen Jahr keine neuen Schulden mehr aufgenommen. Wichtig sei ihm aber vor allem, dass sich laut Umfragen mehr als 90 Prozent der Menschen wohlfühlten in Brandenburg. "Das war vor zehn Jahren nicht der Fall. Über diese Entwicklung bin ich froh", sagte der 58-Jährige.

Für die kommenden Jahre sieht Platzeck drei große Themen: die Energiewende, die Demografie, den Haushalt. Brandenburg wolle in diesem Jahr zum dritten Mal infolge den Leitstern für das beste Bundesland bei den erneuerbaren Energien gewinnen. Der Bevölkerungswandel werde wahrscheinlich eine der größten Herausforderungen für das Land. "Wir werden es mit unterschiedlichen Entwicklungslinien zu tun bekommen zwischen den Regionen. Dennoch wollen wir allen Menschen unabhängig von der Nähe zu Berlin das Gefühl geben, dass sie im selben Land und unter vergleichbaren Lebensbedingungen wohnen", sagte Platzeck.

Mit Blick auf zahlreiche Negativschlagzeilen wie zur Immobilien- oder zur Bodenreformaffäre des Landes oder zur Unterhaltsaffäre seine einstigen Strippenziehers Rainer Speer ergänzte Platzeck: "Zu sagen, das macht jeden Tag Spaß, wäre übertrieben. Aber das muss es auch nicht. Es ist ein Amt mit viel Verantwortung. Ich versuche, es mit bestem Wissen und Gewissen auszufüllen. Das macht oft Freude, vor allem wenn ich sehe, wo wir in den 90er Jahren gestanden haben und wo wir heute stehen."

Dass er sich nach seinem gesundheitlichen Zusammenbruch im Jahr 2006 als Bundesvorsitzender der SPD zurückgezogen und wieder ganz Brandenburg gewidmet habe, sei die richtige Entscheidung gewesen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen