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Der Prignitzer

16. Dezember 2017 | 12:19 Uhr

Platzeck: Qualität hat ihren Preis

vom

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erstellt am 23.Jan.2012 | 07:53 Uhr

Berlin/Potsdam | Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat bei aller Kritik an der Massentierproduktion mehr Augenmaß angemahnt. Zur Eröffnung des Brandenburgtages auf der Grünen Woche in Berlin betonte er gestern dass "Romantik in der Landwirtschaft heute fehl am Platz" sei. "Mit drei Kühen, drei Schweinen und drei Hühnern sind nicht ausreichend Lebensmittel zu erzeugen." Platzeck warnte davor, dass Deutschland sich nicht in einen Wettbewerb um die billigsten Lebensmittel begeben dürfe. "Unser Ziel sollte nicht sein, die billigsten Schweinehälften zu produzieren", sagte der Regierungschef. Tiere hätten ein Recht auf artgerechte Haltung und auch artgerechten Tod

Bereits zum 20. Mal ist Brandenburg mit einer eigenen Halle auf der Grünen Woche dabei. Dicht gedrängt zogen beim Brandenburgtag gestern die Besucher zu den Ständen, teilweise war kaum noch ein Durchkommen. Auch Platzeck freute sich über das große Interesse an märkischen Produkten. In der Brandenburg-Halle präsentieren sich an rund 70 Ständen mehr als 300 Aussteller.

Der Ministerpräsident sagte, Qualität habe ihren Preis. "Wer für eine nachhaltige Landwirtschaft und für verbesserte Tierhaltung eintritt, kann nicht Lebensmittel zum Discountpreis verlangen", sagte Platzeck. Brandenburg setze sich bei der Europäischen Union dafür ein, dass bei der Neustrukturierung der Agrarpolitik kein Landwirtschaftsbetrieb im Land unter die Räder komme. An den Messeständen warben der Ministerpräsident und Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) vor Kameras für Brandenburger Produkte. "Das schmeckt gut", sagte Platzeck. Viele Betriebe im Land würden ihre Produktionsstätten öffnen, die Kunden hätten Gelegenheit, sich selbst zu überzeugen, wie die Lebensmittel hergestellt werden. Im agro-Kochstudio stellten sich beide Politiker an den Herd. Koch Knut Diete aus dem "Kranhaus" in Wittenberge (Prignitz) zauberte mit ihnen blitzschnell ein Straußengulasch mit Nussnougatsoße. Der Koch gab aber zu: "Ich hab da mal was vorbereitet." Typische Brandenburger Produkte wie Spreewaldgurken, Eberswalder Würste, Mineralwasser aus Bad Liebenwerda oder Biere und Schnäpse wurden präsentiert. Neuheiten wie Pflanzgefäße aus Nussschalen oder Drinks auf der Basis von Stutenmilch fanden Abnehmer.

Auf dem Brandenburgtag wurde auch der Staffelstab von Dissen (Spree-Neiße) an den Ausrichter des nächsten Brandenburger Dorf- und Erntefestes übergeben. Der 160 Einwohner zählende Ort Muckwar (Oberspreewald-Lausitz) ist im September Gastgeber.

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