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Der Prignitzer

19. November 2017 | 02:15 Uhr

Platzeck erlitt Schlaganfall

vom

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck hatte keinen Kreislaufkollaps, sondern einen leichten Schlaganfall. Das gestand der SPD-Politiker nun in einem Zeitungsinterview.

svz.de von
erstellt am 25.Jun.2013 | 08:37 Uhr

Potsdam | Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck hatte keinen Kreislaufkollaps, sondern einen leichten Schlaganfall. Das gestand der SPD-Politiker nun in einem Zeitungsinterview. "Wie ich jetzt weiß, sind meine Kreislaufprobleme am Montag morgen von einem kleinen Schlaganfall verursacht worden", sagt Platzeck. Was konkret bedeutete, dass der Ministerpräsident nicht mehr richtig sehen und laufen konnte.

In der vergangenen Woche noch hieß es aus der Potsdamer Staatskanzlei, Platzeck befände sich lediglich wegen eines Schwächeanfalls im Ernst-von-Bergmann-Klinikum. Eine krasse Verharmlosung der Situation, wie man heute sagen muss. Tatsächlich wird der Ministerpräsident noch wochenlang mit den Folgen des Schlaganfalls kämpfen müssen. Auch seinen Urlaub werde er "auf Ratschlag der Ärzte auch zum Training des Gleichgewichts und der Koordination nutzen." Das sei noch nicht zu einhundert Prozent wiederhergestellt.

"Die Gesichtsfeldeinschränkungen sind weg", sagt Platzeck. "Ich kann wieder gut laufen, habe aber noch einen leichten Linksdrall." Gegenüber dem "Prignitzer" wollte sich Platzeck gestern nicht zu seiner Erkrankung äußern. Regierungssprecher Braune verwies auf das Interview.

Doch die Krankenakte des Ministerpräsidenten ist lang und umfangreich. Um den Jahreswechsel 2005/2006 herum, als er kurzzeitig Vorsitzender der Bundes-SPD war, sorgten zwei Hörstürze dafür, dass er diese Tätigkeit wieder aufgab, um sich ganz auf seine Rolle in Brandenburg zu konzentrieren. Hörstürze sind klassische Stress-Krankheiten. Auch die Virus-Infektion, die im Frühjahr dafür sorgte, dass Platzeck nicht an einem seiner Lieblingsprojekte, einer gemeinsamen Reise von Kabinettsmitgliedern, Wirtschaftsvertretern und Landtagsabgeordneten nach Israel, teilnehmen konnte, fällt in diese Rubrik. Ein durch Stress geschwächter Körper ist anfänglicher für Viren und Bakterien aller Art. Nun also der Schlaganfall.

In der Regierungskoalition ist man trotzdem hoffnungsvoll. "Ich wünsche Ministerpräsident Matthias Platzeck gute Genesung", sagte der Fraktionschef der Linkspartei im Potsdamer Landtag, Christian Görke. "Ich bin überzeugt, dass er nach seinem Jahresurlaub gut erholt die Arbeit fortsetzen wird." Doch die Belastungen für den Ministerpräsidenten werden bis zur Landtagswahl nicht nachlassen. Der BER ist noch immer nicht eröffnet, nicht einmal ein Termin dafür steht derzeit fest. Stattdessen will der von Platzeck an Bord geholte Wunschkandidat, Geschäftsführer Hartmut Mehdorn, den Flughafen Tegel offen lassen und plant Teileröffnungen, von denen nicht einmal klar ist, ob sie rechtlich möglich sind.

Und auch die Folgen des jüngsten Hochwassers sind noch nicht abschließend geregelt. Dazu stehen drei Wahlkämpfe hintereinander an - für Bundestagswahlen, Kommunal- und Europawahlen und schließlich die Landtagswahl im Herbst 2014.

"Das Pensum ist mörderisch", so Görke gestern. "Landesaufgaben sind reihenweise nicht erledigt", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Dieter Dombrowski. "Das Hochwasser hat gezeigt, dass Aufgaben etwa im Deichbau liegengeblieben sind, und dem Bildungsvergleich der Bertelsmannstiftung kann man entnehmen, dass in Brandenburg das Niveau nicht stimmt." Von der Inklusion bis zur Fördermittelpolitik der EU seien Aufgaben liegengeblieben. "Wir brauchen einen Ministerpräsidenten, der voll da ist", fordert FDP-Fraktionschef Beyer.

Morgen will Platzeck seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen.

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