Plattenburg: Es ist noch Luft nach oben

<strong>Die Plattenburg ist zunehmend</strong> ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge und wird immer häufiger von Busreiseunternehmen angefahren.<foto>Thomas Bein</foto>
Die Plattenburg ist zunehmend ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge und wird immer häufiger von Busreiseunternehmen angefahren.Thomas Bein

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15. Januar 2013, 09:59 Uhr

Plattenburg | Mehr als 30 Reisebusse steuerten im vergangenen Jahr die Plattenburg an. Die Touristen sind auf Tagesausflug und kommen vor allem aus Hamburg, Berlin oder Hannover in die Prignitz. "Für uns sind diese Busreisen schon sehr wichtig. Sicherlich ist es immer viel Arbeit, aber wir können dadurch wirklich viele Gäste auf der Plattenburg begrüßen", sagt Burgbetreiber René Günther.

Doch die Plattenburg allein reicht nicht als Tagesausflugsziel. Deshalb hat sich Günther mehrere Partner in der Region gesucht. Einer von ihnen ist Kremserfahrer Rainer Blaesing, der bei Bedarf die Besucher durch die waldreiche Umgebung der Plattenburg fährt. Aber auch die Wunderblutkirche in Bad Wilsnack oder das Kleinbahnmuseum und der Pollo in Lindenberg stehen auf dem Programm. Jüngste Reisehöhepunkte sind unter anderem der Havelberger Dom oder eine Dampferfahrt in Havelberg. "Wir versuchen ein interessantes Angebot für die Besucher zu stricken und andere Anbieter aus der Region mit einzubeziehen", sagt Günther.

Einer der großen Busreise-Veranstalter hält das Angebot der Burg für noch nicht ausreichend genug. Julia Schmidt vom Unternehmen Wörlitz Tourist kenne die Plattenburg. Allein im vergangenen Jahr habe das Unternehmen zwölf Tagesausflüge von Berlin zur Burg veranstaltet. Das Fazit sei eher durchwachsen. "Die Plattenburg und ihr Angebot müssen noch perfektioniert und verbessert werden. Da gibt es noch Luft nach oben", sagt Julia Schmidt.

Vor allem organisatorisch wünsche sich der Reiseveranstalter noch mehr Zuverlässigkeit. Es könne beispielsweise nicht sein, dass zu wenig Plätze vorbereitet seien. Auch eine zeitgleiche Kombination von Hochzeitsgesellschaft und Busreisegruppe sei nicht glücklich, weil beide Gästegruppen Zeit und Kraft binden.

Andere Reiseanbieter gehen mit der Plattenburg nicht so hart ins Gericht und kommen jetzt im Januar, um sich vor Ort selbst ein Bild vom Angebot zu machen. "Busreisen sind manchmal ein echt schwieriges Geschäft", sagt René Günther. Die Gäste aus der Hauptstadt wollen Perfektion. Doch die Plattenburg ist ein altes Gemäuer mit ihren Ecken und Kanten, mit Kopfsteinpflaster, steilen Treppen und niedrigen Türen. So mancher Reisegast, der von modernen Hotelanlagen verwöhnt zu sein scheine, müsse hier etwas zurückschalten, erklärt er.

Dennoch sei das Interesse von Reiseveranstaltern ungebrochen und wachse. Die Plattenburg als best erhaltenste Wasserburg Norddeutschlands habe wieder einen Namen bei Touristen und den Reiseanbietern. "Die Plattenburg ist wirklich bekannt und deshalb fragen auch immer wieder Gäste nach diesen Angeboten", bestätigt Julia Schmidt. René Günther verspricht, weiter am Service zu arbeiten und bauliche Mängel so gut es geht zu reparieren. Die Busreisesaison 2013 beginnt Mitte März.

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