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Prignitz : Pilzsammler sind auf sich allein gestellt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Hochsaison in den Prignitzer Wäldern. Pilzsucher sind unterwegs und müssen sich auf ihre eigenen Kenntnisse verlassen. Denn eine Pilzberatung gibt es im Kreis nicht mehr.

Vor zwei Jahren hat sich der ehrenamtliche Beraterkreis um Ekkehard Jesse aufgelöst. „Der Grund ist in erster Linie, dass wir zu alt geworden sind“, sagt der 77-jährige Pilzfachmann. Einige seien zudem weggezogen, so dass es nur noch drei aktive Leute gab. Der Aufwand wurde zu groß, finanzielle Unterstützung gab es nicht. Jesse sieht die Verantwortung bei den Sammlern: Sie müssen sich informieren.

Private Anfragen erreichen den Pilzkenner aber noch immer. „Wenn jemand einen Pilz findet, den er bestimmt haben will, ruft er an“, so Jesse. Er ist nach wie vor Mitglied der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Regionalgruppe Prignitz, die ihren Sitz im Pritzwalker Hainholz hat. „Darüber sind wir rechtlich abgesichert“, erläutert Jesse. Das sei besonders bei Vergiftungsfällen wichtig, denn zu oft würden diese gern auf falsche Beratung zurückgeführt.

Die aktuelle Pilzsaison sei selbst unter Einbeziehung des noch jungen Oktobers eher schlecht. Bislang seien Pilzfreunde nur in rund sechs Wochen fündig geworden.

Die Frühlingspilze seien ausgeblieben, die beliebten Sommerpilze wie Pfifferlinge nur spärlich gewachsen. „Der heiße Juli trug dazu bei, dass die Myzelien – also das feine Wurzelgeflecht – vieler Pilzarten sich zurückgebildet haben. Manche Wälder sind ziemlich leer“, weiß Jesse.

Sammlern legt er eine Grundregel nahe: „Wer sich nur auf Röhrlinge, also solche mit Röhren statt Lamellen, beschränkt, kann sich bei uns in der Region nicht vergiften.“ Manche Röhrlinge seien allenfalls nicht sehr bekömmlich. Der giftigste Pilz ist der Knollenblätterpilz gerät. „Der hat, wie der Name so schön sagt, eine Knolle am Stamm, Blätter und Lamellen unter dem Schirm. Und wenn der dann noch leicht grün schimmert, sollte man definitiv die Finger davon lassen“, so Jesse.

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