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Pilzsachverständige : Pilzexperten beraten weiter

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Prignitzer Sachverständigen haben ihren Arbeitskreis zwar aufgelöst, wollen aber in abgespeckter Form weiter Veranstaltungen anbieten

svz.de von
erstellt am 21.Aug.2014 | 22:00 Uhr

Mit Beginn der Pilzsaison zieht es jetzt viele Prignitzer wieder in die Wälder. Um sicherzugehen, dass nicht aus Versehen doch ein giftiges Exemplar in der Pfanne landet, gibt es ausgewiesene Pilzberater im Landkreis, die zweifelhafte Funde eindeutig identifizieren können. Der seit vielen Jahren tätige Arbeitskreis „Pilzberater der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“ löste sich jedoch Ende des vergangenen Jahres auf (der „Prignitzer“ berichtete). Die Gründe: Überalterung, fehlender Nachwuchs und finanzielle Hürden. Sind die Pilzsammler nun völlig auf sich allein gestellt? Nicht ganz, denn es gibt eine gute Nachricht: Es wird auch in dieser Saison wieder Pilzberatungen und -wanderungen geben. „Aber in deutlich abgespeckter Form“, stellt der Pilzsachverständige Ekkehard Jesse klar.


Drei Veranstaltungen in dieser Saison


So planen die Pilzkundigen für diese Saison drei Veranstaltungen: Die erste am 30. August mit einer Pilzwanderung in Berge und anschließender Ausstellung samt Pflanzenbörse. Am 26. September findet eine zweite Ausstellung in Hohe Heide bei Heiligengrabe statt – eine laut Jesse „sehr hochwertige Veranstaltung mit Pilzexperten aus der Region und darüber hinaus“. Der dritte Termin, den sich Pilzfreunde merken sollten, ist der Tag des Pilzes am 27. September. Dann werden die Experten im Pritzwalker Hainholz zugegen sein.

„Natürlich beraten wir auch weiterhin“, verspricht Jesse. Die Pilzkundigen sind dabei nur noch in ihrer Funktion als Mitglied des Vereins Schutzgemeinschaft Deutscher Wald tätig. Dass sich wieder ein Arbeitskreis etabliert, hält Jesse für sehr unwahrscheinlich. „Nachwuchs ist nach wie vor nicht in Sicht und die wenigen von uns, die noch übrig sind, sind langsam zu alt für dieses Ehrenamt,“ bedauert der Perleberger. Gehen der Prignitz die Pilzberater aus, würde nicht nur eine lange Tradition zu Ende gehen, der Verlust würde auch das Risiko für Vergiftungen erhöhen.


Keine radioaktive Belastung


Denn wie sinnvoll Beratungen sind, zeigt ein Blick zu den Nachbarn: In Mecklenburg-Vorpommern haben Pilzexperten 2013 bei Beratungen rund 340 stark giftige Pilze, darunter 43 Grüne Knollenblätterpilze, 142 Pantherpilze, 19 Ziegelrote Risspilze, sechs Frühjahrslorcheln und 130 Gifthäublinge, aussortiert.

Ekkehard Jesse hat bereits Pfifferlinge, Steinpilze und Hexen-Röhrlinge entdeckt. Er erwartet ein gutes Pilzjahr. Die wechselhafte und feuchte Witterung sei günstig für das Wachstum. Auch um radioaktive Belastungen müsse man sich keine Sorgen machen. „Wir lassen jedes Jahr Proben verschiedener Arten untersuchen. Das Ergebnis zeigt, dass der Verzehr unbedenklich ist.“ Weil die Pilze nicht auf Schwermetalle untersucht werden, rät Ekkehard Jesse jedoch, nicht direkt an stark befahrenen Straßen zu sammeln.

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