Pilgerfest in Bad Wilsnack : Pilgerndes Pferd und pinker Hauptgewinn

Entspannung pur: Einmal kollektives Füßebaden.
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Entspannung pur: Einmal kollektives Füßebaden.

Stelldichein von Wandersleut’, Naturfreunden, Familien und Kulturbegeisterten rund um die Bad Wilsnacker Wunderblutkirche

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24. August 2015, 12:00 Uhr

Pilgerfest in der Kurstadt Bad Wilsnack – da machen sich viele auf den Weg, etliche auch auf Schusters Rappen. „Doch dieses Mal pilgerte auch ein Pferd mit“, berichtet Jochen Purps, seines Zeichens Vorsitzender des Fördervereins Wunderblutkirche. Von Tegel aus startete der Inhaber einer Pferdepension mit seinem Vierbeiner. Im Mittelalter wusste man jene als Transportmittel überaus zu schätzen und heute werbe das Pferd dafür, ein Auge für einander zu haben, sprich die Highlights der Region gemeinsam anzupreisen.

Für einen zusätzlichen Farbtupfer beim Pilgerfest sorgt hingegen der Hauptgewinn der Tombola: ein pinkfarbenes Fahrrad, gesponsert von Malermeister Thorsten Schmidt. Große Freude bei der sechsjährigen Carolina. Sie begleitet an diesem Tag Mama, die dem Förderverein angehört und gemeinsam mit ihrem Mann immer dabei ist, wenn das Pilgerfest vorbereitet und durchgeführt wird.

„Pink ist meine Lieblingsfarbe“, erzählt freudestrahlend das kleine Pilgermädchen, das in wenigen Tagen ein Schulkind ist. Noch ist das Rad etwas groß für sie, doch „sie wächst rauf“, so schlagfertig und mit einem Lachen die Mama.

„Ja, die Jugend wächst nach, auch für den Verein“, freut sich der Vorsitzende und deutet in die Runde. Seit fünf Jahren hat Georg Reishaus seinen Marktstand auf dem Pilgerfest. „Er ist schon ein richtiger Waffelspezialist“, gesteht Jochen Purps. „Mama ist im Verein, mir macht es Spaß und so bin ich dabei“, bringt es der 17-Jährige auf einen kurzen Nenner. Aus sechs Kilo Mehl hat er nach einem Rezept aus einem Kinderkochbuch wieder einen Teig vorbereitet und damit offensichtlich voll den Geschmack der kleinen und großen Leckermäulchen getroffen. Auf etwas Herzhafteres setzt in diesem Jahr Ole Lausmann. „Zwei Jahre habe ich Blumen angeboten, dieses Mal Backkartoffeln“, erzählt der angehende Siebtklässler. Ihm mache die Sache Spaß und den Leuten schmeckt’s.

Es sind die vielen kleinen und großen Helfer, die dem Fest rund um die Wunderblutkirche seit Jahr und Tag das Gesicht geben: Händler, Gastronomen und Gewerbetreibende stellen attraktive Preise für die Tombola, so dass der Erlös komplett dem Verein zugute kommt. Vereinsmitglieder organisieren mit, besetzen Stände oder stehen auf der Bühne. In diesem Jahr gibt es Teil vier von Bärbel Manns Berichterstattung aus dem Mittelalter. Belegtes, gewürzt mit Fantasie daraus hat die Bad Wilsnackerin bienenfleißig erneut ein bühnenreifes Stück die Wintermonate über geschrieben und dann inszeniert. „18 Proben hatten wir und alle waren bereits gut besucht“, so der Vereinsvorsitzende. Bei frisch Gebrühtem und leckerem Selbstgebackenen erlebten die Besucher dieses Mal die Hochzeit von König Wenzel mit der drallen Wirtin. Für den klangvollen Schlussakkord des Pilgerfestes sorgte am frühen Abend die „Junge Philharmonie Köln“.

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