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Kita-anbau in Perleberg : „Piccolino“: Es werde Platz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bauliche Erweiterung rückt ein Stück näher

von
erstellt am 23.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Kita und Hort „Piccolino“ laborieren seit Langem an einem gravierenden Problem: Platzmangel. Damit wird der Name – ungewollt negativ – zum Programm, denn „piccolino“ heißt auf Deutsch: klitzeklein. Inzwischen gibt es zahlreiche Lösungsvorschläge, eine eigentliche Lösung aber noch nicht. In etwas greifbarere Nähe rückt sie unterdessen: Donnerstagabend stellte Architekt Uwe Magolz in der öffentlichen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung Varianten einer Erweiterung vor.

Umgesetzt werden soll das Vorhaben im Rahmen des Stadt-Umland-Wettbewerbes (SUW), über den das Land Brandenburg drei EU-Fonds anzapft. Im SUW treten Wittenberge, Perleberg, Gemeinde Karstädt, Amt Bad Wilsnack/Weisen, Amt Lenzen, Gemeinde Plattenburg und das Landesumweltamt gemeinsam unter dem Motto „Ankommen und hier bleiben – familienfreundliche Region Westprignitz“ an. Für Vorhaben, die im Rahmen dieser Kooperation verwirklicht werden, stehen bis zu zehn Millionen Euro Fördergelder bereit.

Für das Projekt an der Kita „Piccolino“ veranschlagt Uwe Magolz Brutto-Baukosten in Höhe von rund 830 000 Euro. Favorisiert wird ein seitlicher Anbau mit einer Verbindung zum bestehenden Gebäude. Es würden zusätzlich vier Gruppenräume für Hortkinder entstehen und man könnte die angespannte Situation während der Essenseinnahme beseitigen. Rund 350 Kinder – Kita-, Hortkinder und Grundschüler – nehmen am sogenannten Mittagsband in der Einrichtung teil, Platz ist aber nur für 90. Notgedrungen muss in drei Schichten gegessen, müssen zum Teil Spielräume genutzt werden. Entlasten könnte man zudem die Situation in der angrenzenden Grundschule „Geschwister Scholl“, wo der Hort derzeit noch Vorbereitungsräume nutzt, die eigentlich für den Schulbetrieb benötigt werden.

Uwe Magolz räumte zugleich ein, dass man mit dieser Alternative immer noch keine echte Kapazitätserweiterung hinsichtlich zusätzlicher Betreuungsplätze schaffen würde. „Wir wissen, dass die Effekte noch nicht weit genug gehen“, ergänzte Bürgermeisterin Annett Jura auf eine entsprechende Anfrage des Abgeordneten Thomas Domres (Die Linke). Domres fokussierte auch die Zeitschiene: Wenn sich die Sache weiter hinzöge, würden die Kinder der Eltern, die einst die Initiative für die Erweiterung ergriffen, wohl kaum noch in den Genuss derselben kommen, so Domres. Bauamtsleiter Hagen Boddin sagte, dass ein Grundsteinlegungstermin vor Herbst 2017 aus momentaner Sicht unrealistisch sei. Stadtverordnete brachten eine mögliche alternative Finanzierung des Vorhabens aus dem Stadtetat in die Diskussion, also jenseits der Fördermaßgaben aus dem SUW. Geprüft werden solle zudem, ob ein zeitlich vorgezogener Maßnahmebeginn möglich sei. „Es ist unser Nummer-1-Projekt, wir schauen, was finanziell geht“, bekräftigte Annett Jura.  

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