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Der Prignitzer

15. Dezember 2017 | 11:26 Uhr

Pfannkuchen wie bei Muttern zu Haus

vom

svz.de von
erstellt am 30.Dez.2012 | 05:49 Uhr

Groß Pankow | Der Pfannkuchen gehört zu Silvester wie Feuerwerk oder Bleigießen. Und ganz besonders leckere bäckt Anita Sattler in ihrem Hofladen-Cafè an der Groß Pankower Augentagesklinik. Geschickt hantiert sie mit dem Hefeteig. Gekonnt ist eben gekonnt. "Nach dem Rezept dürfen Sie mich nicht fragen, ich mache das so, wie ich es bei meiner Oma und Mutter gelernt habe", erzählt die Mertensdorferin lächelnd.

Seit 12 Jahren lenkt sie die Geschicke in der kleinen gastlichen Stätte, seit über zehn Jahren als ihr eigener Chef, und erfreut mit ihren Back- und Kochkünsten nicht nur die Patienten der Augentagesklinik und des Ocumed-Gästehauses.

Dabei wollte sie nie in die Selbstständigkeit gehen, "weil mein Mann schon selbstständig ist". Als sie, die damals in der Infothek in Pritzwalk arbeitete, dem Ruf der Augentagesklinik folgte, die für den Hofladen jemanden suchte, ging es um ein Angestelltenverhältnis. Doch eineinhalb Jahre später sollte der Laden dann abgegeben werden. "Ich stand vor der Entscheidung, ihn selbst zu übernehmen oder arbeitslos zu werden", erinnert sich die 59-Jährige. Sie entschied sich für Ersteres und hat es nicht bereut, auch wenn das vor allem viel Arbeit bedeute.

Während wir so plaudern, ist der Teig bereits ausgerollt, sind Kreise ausgestochen, prangen Pflaumenmuskleckse in deren Mitte. Das Mus, wie könnte es anders sein, hat die Mertensdorferin natürlich selbst gekocht wie auch so manch andere Marmelade, die sie in ihrem Hofladen anbietet. Dabei ist sie keine gelernte Köchin oder Konditorin. Aber nur so, mit ganz viel Selbstgemachtem und Eigeninitiative, halte sich der Laden. Laufkundschaft gebe es nicht so viele. Doch diejenigen, die einmal bei ihr eingekehrt sind, kommen wieder. "Für ihr Bauernfrühstück ist sie berühmt", lobt Silke Müller, die seit diesem Jahr im Hofladen-Cafè mithilft, sich so etwas dazu verdient. Monika Wellenberg ist schon seit sieben Jahren dabei. "Ich würde die beiden Kuhbierer Frauen gern fest einstellen, aber das gibt der Laden nicht her", bedauert die Chefin, die inzwischen am Herd steht und die Pfannkuchen vorsichtig ins heiße Fett gibt, damit sie schön braun werden.

Derweil füllt sich das kleine Cafè, steht Silke Müller am Herd und schüttet Spirelli ins heiße Wasser, denn als Abo-Essen steht heute Gulasch mit Nudeln auf dem Programm. Monika Wellenberg bedient die Gäste. Der Geruch der frischen Pfannkuchen ist in den Gastraum gezogen, und so kommen einige Besucher gleich auf den Geschmack wie ein Ehepaar aus Legde. Eigentlich stammen beide aus Berlin, haben sich in der Prignitz aber ihren Alterssitz geschaffen, ein kleines Bauernhaus erworben. Und das Pferd ist auf dem Legder Reiterhof gut untergebracht. Heute hat sie ihr Weg nach Groß Pankow geführt, weil die Ehefrau einen Termin in der Augenklinik hat. Die Zeit bis zur Behandlung nutzen sie für einen kleinen Imbiss, sehen sich zudem in dem Hofladen um. Denn hier gibt es regionale Produkte. Und dann hängen da auch noch Schals in unterschiedlichsten Farben. "Die häkelt auch Anita", erklärt Monika Wellenberg. "Wir wissen nicht, wann und wie sie das alles schafft", fügt sie anerkennend hinzu.

Inzwischen haben die Neu-Prignitzer ihre Pfannkuchen serviert bekommen und loben deren köstlichen Geschmack. das ist der schönste Dank und auch Ansporn für Anita Sattler und ihr Team.

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