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Öffentliche Aufmerksamkeit erwecken : Petrijünger kritisieren Tierschützer

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Kreisanglerverband Perleberg weist die Peta-Forderung nach Angelverbot in der Stepenitz zurück.

svz.de von
erstellt am 28.Jan.2017 | 16:00 Uhr

Als Versuch, unbedingt öffentliche Aufmerksamkeit zu erwecken, hat der Kreisanglerverband Perleberg (KAV) die Forderung der Tierrechtsorganisation Peta nach einem Angelverbot in der Stepenitz (der „Prignitzer“ berichtete) bezeichnet. Dabei bleibe die fachliche Fundiertheit auf der Strecke. Peta sei in Anglerkreisen keine Unbekannte, habe sie doch vor Jahren die Behauptung aufgestellt, dass angelnde Kinder und Jugendliche Mörder von Morgen sein würden. Auch die Anzeigenflut der Organisation gegen Angler in den vergangenen Jahren sei „legendär“.

Der Versuch, Naturschutzgebiete und Angelfischerei als Widerspruch einzustufen, nennt der KAV „irreal“. So habe das Bundesverfassungsgericht die verfassungsrechtliche Daseinsberechtigung für Jagd und Fischerei bestätigt, insbesondere im Hinblick auf ihre herausragende Rolle bei der Hege und Pflege der Umwelt.

Das Brandenburger Fischereigesetz, die Fischereiordnung sowie die Satzung und Gewässerordnung des Landesanglerverbandes enthielten umfangreiche Inhalte zum Natur- und Tierschutz, so der Kreisverband. Festgelegt sei, keine wildlebenden Tiere zu töten und keine Blumen zu pflücken, aber Angelfischerei und Jagd zu erhalten. Auch in Naturschutzgebieten könnten natürliche Ressourcen naturverträglich genutzt werden. Die Schutzgebietsverordnung des Landes für die Stepenitz lässt dies auch ausdrücklich zu.

Kritik an den Tierschützern

 

Die Angler haben nach Einschätzung des KAV den jahrzehntelangen Pachtvertrag für die Stepenitz genutzt, um das Gewässer zu hegen und zu pflegen. Ein Beispiel sei das Großprojekt zur Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle. Über viele Jahre hätten Angler unter hohen finanziellen Aufwendungen und mit Tausenden ehrenamtlichen Arbeitsstunden das Projekt zu einem Erfolg gemacht. Peta habe in dieser Zeit nicht ein Mal Bereitschaft gezeigt, dabei zu helfen und zu unterstützen.

Zum Schmerzempfinden der Fische verweist der KAV darauf, dass die kompetentesten Wissenschaftler diese Frage seit Jahrzehnten äußerst kontrovers diskutierten. Vor diesem Hintergrund sei es überraschend, dass Peta so tue, als gebe es nur ihre Wahrheit. Neueste wissenschaftliche Studien von Neurobiologen, Verhaltensökologen und Fischereiwissenschaftlern zeigten, dass bei Fischen die für die Schmerzwahrnehmung zuständigen Gehirnteile nicht existierten und Fische somit nicht in der Lage seien, Schmerzen bewusst zu empfinden.

In vielen älteren Studien zur Schmerzempfindung bei Fischen würden deren Verhaltensreaktionen auf vermeintlich schmerzende Reize nach menschlichen Maßstäben bewertet und deshalb fehlinterpretiert. Diese Erkenntnisse würden von Peta ignoriert, weil sie nicht zu deren Argumentationsmuster passten, so der Verband.

„Wir Angler werden uns auch weiterhin zu aller Erst als Naturschützer sehen, die ihre Gewässer mit dem Ziel pflegen, in ihnen einen gesunden, ökologisch ausgewogenen Fischbestand zu erhalten“, betonte der KAV Perleberg. „Natürlich auch mit der völlig legitimen Erwartungshaltung, eines Tages die Früchte unserer Arbeit ernten zu dürfen.“



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