Peter Sellinat: Abschied vom CJD

Peter Sellinat (3. v. l.) mit seinen Kollegen Simone Schlink-Brauner, Fred Koch und Lutz Behrendt (v. l.) im Folienzelt, wo der junge Paprika heranwächst.  Foto: Barbara Haak
Peter Sellinat (3. v. l.) mit seinen Kollegen Simone Schlink-Brauner, Fred Koch und Lutz Behrendt (v. l.) im Folienzelt, wo der junge Paprika heranwächst. Foto: Barbara Haak

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02. Mai 2012, 10:00 Uhr

Wittenberge | Heute kann sich Peter Sellinat Zeit lassen. Es ist sein erster Tag im Ruhestand. Den letzten Arbeitstag hat der Leiter Arbeitsorganisation beim CJD Prignitz und Geschäftsführer der CJD-Oase gGmbH am 30. April in der Wahrenberger Straße verbracht. Hier hat die Oase ihren Sitz, hier strömten am Montag zum Tag der offenen Tür Elbestädter und Auswärtige übers Gelände und durch die Gewächshäuser. Die Pflanzzeit hat begonnen. Hobbygärtner decken sich mit Tomaten-, Gurken-, Paprika- und anderen Gemüsepflanzen ein. Sellinat wird das Treiben mit Genugtuung beobachtet haben.

"Peter Sellinat hat diese gemeinnützige Gesellschaft - sie ist eine 100-prozentige Tochter des CJD Prignitz e. V. - mitaufgebaut und zum Laufen gebracht. Sie sei quasi Sellinats Kind, sagt Lutz Behrendt als Jugenddorfleiter des CJD Prignitz. Das Besondere an diesem Garten- und Landschaftsbaubetrieb: Menschen mit und ohne Handicap arbeiten hier gemeinsam. Die Mitarbeiter mit Behinderungen leisten so viele Stunden, wie es ihre Gesundheit bzw. ihre Beeinträchtigung zu lässt. "Eine Sonderbehandlung erfahren wir deshalb aber nicht. Wir müssen uns am Markt behaupten, jeder Mitarbeiter muss sein Geld durch Arbeit verdienen", erklärt Sellinat, wie der Integrationsbetrieb funktioniert. Er ist an diesem Montag voll bei der Sache. Der nahe Abschied ist ihm nicht anzumerken. Er hat auch zugesagt, dass er da sein wird, wenn es Fragen gibt. "Aber die Mannschaft ist eingespielt. Simone Schlink-Brauner als Betriebsleiterin macht eine gute Arbeit", bescheinigt Peter Sellinat dem Gärtnereiteam. Seine Aufgabe als CJD-Oase-Geschäftsführer wird Lutz Behrendt mit übernehmen.

Seit sieben Jahren gibt es die CJD-Oase. Entstanden ist der Integrationsbetrieb aus dem Projekt "Arbeit statt Sozialhilfe", blicken Behrendt und Sellinat zurück und erinnern sich auch an schwere Zeiten, die es besonders anfangs gab. "Wir haben vieles überlegt und ausprobiert, unsere Tätigkeitsfelder abgesteckt." Dass die CJD-Oase derzeit über 250 Kontakte verfügt, sei hauptsächlich auch Peter Sellinats Verdienst, sagt Behrendt. 250 Kontakte, das heißt, über den gesamten Landkreis verteilt gibt es so viele Bürger, die Leistungen der Integrationseinrichtung rund um Garten und Grundstück in Anspruch nehmen.

17 Jahre war Peter Sellinat beim CJD.. Dass er sich eines Tages mit Gartenbau beschäftigen würde, das kam in seinen ursprünglichen Planungen nicht vor. Sellinat ist von Beruf Maschinenbauingenieur, hatte bis zur Wende seinen Arbeitsplatz in der Gießerei des Nähmaschinenwerks.

CJD und die gemeinnützige Tochtergesellschaft sind ihm ans Herz gewachsen. Er spricht nicht davon, aber seine Kollegen wissen, dass ihm der Abschied schwer fällt. Zu Hause wartet ein großes Grundstück auf ihn. Seine Frau, bekannt als Nessler-Filialleiterin, ist schon im Ruhestand. Gemeinsam will das Paar auch reisen.

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