Perlebergs Roland bekommt zuckersüße Ebenbilder

<strong>Martin Kley will, </strong>dass der Perleberger Roland künftig in aller Munde ist. <foto>Doris Ritzka</foto>
Martin Kley will, dass der Perleberger Roland künftig in aller Munde ist. Doris Ritzka

svz.de von
15. Juni 2012, 07:17 Uhr

Perleberg | Wenn Kochkunst und Kreativität auf Heimatliebe treffen, dann wird daraus entweder ein Kochbuch, ein neues Gericht oder ein süßer Roland. Martin Kley hat sich für den Rittersmann entschieden, der seit dem Jahre 1498 von seinem steinernen Sockel aus über Perleberg wacht. Er steht als Sinnbild für Stadtrecht, eigene Gerichtsbarkeit und damit Freiheit. Und er ist ein beliebtes Fotomotiv für Einheimische wie auch Touristen. So entstand die Idee von dem leckeren Ebenbild.

Geboren zwar in Schwerin, ist Martin Kley jedoch mit Leib und Seele Perleberger, wie er sagt. "Ich bin hier großgeworden, habe ab der 5. Klasse in Perleberg die Schule besucht." Sein Herz schlage nun mal für die Prignitz und fürs Kochen. Wen wunderts, dass er die letztgenannte Leidenschaft zu seinem Beruf gemacht hat. Mittlerweile weiht er bereits andere in den fachmännischen Umgang mit Pfanne und Kochlöffel und in die Künste der Zubereitung von wahren Gaumenkitzeln ein. Martin Kley ist Koch und seit etlichen Jahren auch Ausbilder. Und er hat ein wahres Händchen für alles Kreative. Er bastelt, schafft Papierskulpturen und töpfert. "Das habe ich wohl von meiner Mutter mitbekommen", fügt er schmunzelnd an.

Aber auch die Patisserie ist dem Perleberger nicht fremd. Während seiner Ausbildung arbeitete er in einer renommierten Berliner Konditorei, schauten den Meistern über die Schulter, wie sie aus Zuckerwerk mit Modellierholz, Pinsel und Spritzbeutel wahre Kunstwerke zauberten, so eine 1,50 Meter große dreistöckige Torte für die englische Queen.

Auf dieses Können besann sich Martin Kley nun und ging ans Formen und Probieren eines Rolands aus Schokolade.

Mit einer Tonform fing alles an, es folgte eine aus Latexsilikon speziell für Lebensmittel. Fast ein Jahr probierte er, schaffte gar den Fernseher ab. Dann endlich war er erschaffen, der süße Roland, der seinem Schöpfer auch gefiel.

Das Probieren geht weiter. "Inzwischen gibt es den Ritter in weißer, in dunkler und in Vollmilchschokolade. "Ich möchte noch eine Art Melange aus weißer und Vollmilchschokolade, um noch besser den Sandsteinton zu treffen."

Alles ist solide Hand- und Muskelarbeit. Denn der 23 Zentimeter große und 500 Gramm schwere Hohlkörper erhält in einer Form seine Gestalt. Dazu muss diese 15 Minuten unaufhaltsam rotieren bzw. geschüttelt werden. Dann geht es für eine Stunde bei 7 Grad Celsius in den Kühlschrank.

Inzwischen hat der Perleberger seine Technik mit Unterstützung von Freunden weiterentwickelt. Die Holzummantelung der Form wurde durch eine aus Edelstahl ersetzt. "Die ist ein ganzes Stück leichter und ich kann vier Figuren auf einmal gießen." Voraussichtlich Ende Juli will Martin Kley die ersten schokoladigen Ebenbilder des Rolands in Miniaturausgabe als eine Art süßes Souvenir im "Belluno" anbieten. Das ist seine Art der Liebeserklärung an die Stadt, die dann hoffentlich bald in aller Munde ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen