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Neue Serie: Die Prignitz im Internet : Perlebergs Internetseite offenbart Schwächen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Hier klicken wir schnell wieder weg: Zu wenige und veraltete Informationen, langweiliges Layout, Bürgeranfragen werden ignoriert

Dass sich eine Stadt, ein Amt oder eine Gemeinde im Internet präsentiert, ist heute selbstverständlich. Auch die Prignitzer Kommunen und der Landkreis sind mit eigenen Websites vertreten. Doch das allein genügt noch lange nicht. Sinnvoll ist eine solche Seite nur, wenn sie aktuelle und umfangreiche Informationen für Bürger und Touristen liefert, übersichtlich gestaltet und leicht handhabbar ist. In einer Serie stellen wir die einzelnen kommunalen Websites vor, analysieren und bewerten sie. Heute: www.stadt-perleberg.de

Inhalt: 1/5 Punkten

Die Website der Stadt Perleberg finden wir nicht auf Anhieb. Wer auf Gutdünken www.perleberg.de in die Adressleiste tippt, gelangt auf die Homepage der so genannten Perleberg Creative GmbH. Die Suchmaschine Google muss helfen. Über das Suchwort „Perleberg“ finden wir endlich die richtige Seite www.stadt-perleberg.de. Auf der Startseite sehen wir Nachrichten, Veranstaltungstipps und den Sitzungskalender der Stadtvertreter. Auf den ersten Blick eine gute Übersicht. Auf den zweiten weniger gut: Die aktuellste Nachricht betraf beispielsweise am 7. November 2013 den städtischen Veranstaltungskalender 2014: Wer Veranstaltungen anmelden will, könne dies noch bis zum 30. Oktober tun … Immerhin steht mit diesem Hinweis eine Nachricht mehr auf der Seite. Denn der Umfang der Nachrichten lässt arg zu wünschen übrig. Für das Jahr 2013 sind gerade einmal acht Meldungen aufgelistet.

Glaubt man diesem Portal, passierte in der Rolandstadt wenig bis nichts. In manchen Monaten, im Juni und Juli etwa, gab es anscheinend gar nichts zu vermelden. Tote Hose in der Rolandstadt?

Glücklicherweise wissen wir es besser, schließlich hat der „Prignitzer“ nahezu täglich eine eigene Perleberg-Seite.

Noch lückenhafter wird es, wenn wir auf die Rubrik „Kultur, Freizeit, Sport“ klicken. Davon hat Perleberg schließlich eine Menge zu bieten. Hier finden wir als Start-Inhalt den „Perleberger Veranstaltungskalender 2013“. Zwei Vierzeiler werben für die 16. Lotte-Lehmann-Woche im Juli und August und das Perleberg-Festival im September (2013). Jeweils darunter verweist ein Link auf die Internetseiten der Veranstalter. Im Hintergrund ist allerdings der aktuelle Veranstaltungskalender für 2014 bereits komplett mit Inhalt gefüllt und gut aufbereitet.

Immerhin hat der 775. Stadtgeburtstag in diesem Jahr eine eigene Rubrik. Hier finden wir jetzt schon das Veranstaltungsprogramm sowie Kontaktdaten der Organisatoren.

Gestaltung: 2/5 Punkten

Wer als Tourist mehr über Perleberg erfahren möchte, wird schon bald gelangweilt aufgeben. Lieblos sind ein paar wenige Informationen über die Stadtgeschichte, Stadtführungen und Sehenswürdigkeiten aufgelistet, das Ganze garniert mit winzigen, schlecht gemachten und schlecht aufgelösten Fotos.

Auch in Sachen Multimedialität kann die Perleberger Seite nicht punkten. Keine Bildergalerien, keine Videos, keine informativen Grafiken. Hier wäre mit Sicherheit viel mehr möglich.

Das spartanische Äußere der Website hat den Vorteil, dass sich auch Menschen, die wenig mit dem Internet vertraut sind, schnell zurechtfinden. Davon abgesehen schlafen uns beim Durchklicken der Seiten die Füße ein. Formatierung und Layout sind extrem fad und einfallslos. Die öde Gestaltung zieht sich durch alle Seiten: weißer Hintergrund und große, leere Flächen, winzige und nicht gerade attraktive Fotos in schlechter Auflösung, an keinem optischen Highlight bleibt das Auge hängen. Ein unterstrichenes Wort erscheint fast schon gewagt angesichts der ansonsten immer gleichen, serifenlosen, schwarzen Schriftart. Ein Foto vom Symbol der Stadt, dem Roland, suchen wir übrigens vergebens. Wer von der Ästhetik der Seite auf die Schönheit der Stadt schließt, dem wird die Lust auf Perleberg definitiv vergehen.

Einen Pluspunkt gibt es für die schon erwähnte Übersichtlichkeit. Dank der prominent platzierten und farblich abgesetzten Navigationsleiste findet sich der Nutzer schnell zurecht. Gut finden wir die Rubrik „Bürgerservice“. Hier bekommt der Perleberger direkten Draht zum Rathaus, hat Kontaktdaten, Ansprechpartner und Sprechzeiten auf einen Blick.

Navigation: 3/5 Punkten

Wir stellen uns vor, wir wollen auf unserem Grundstück eine Garage errichten und brauchen die Kontaktdaten vom Bauamt. Wir versuchen es über die Suche, tippen „Bauamt“ in die Suchleiste und erhalten mehrere Treffer in unterschiedlichen Bereichen. Hier werden wir schließlich unter „Verwaltungseinheiten“ und dem dortigen Link „Bauamt“ fündig. Etwas umständlich, aber in Ordnung.

Auch den zweiten Test besteht die Suche: Wir geben „Hundesteuer“ ein und gelangen über zwei Klicks zu den relevanten Informationen. Für die Suchfunktion gibt es einen Pluspunkt.

Zugänglichkeit: 2/5 Punkten

Appfähig ist die Website nicht. Es existiert bislang auch keine für das Smartphone angepasste Seite – hier hat Wittenberge klar die Nase vorn, denn für deren Stadtportal gibt es bereits eine mobile Version.

Der Text auf der Perleberger Homepage wird in drei unterschiedlichen Schriftgrößen angeboten – vor allem für Menschen mit Sehschwäche ist das ein willkommener Service. Wer der deutschen Sprache nicht mächtig ist, hat es allerdings schwer: Eine englische Übersetzung des Internetauftritts gibt es nämlich nicht.

Interaktion: 0/5 Punkten

Wer online Lob, Kritik oder Hinweise zum Portal loswerden will, kann das per E-Mail unter „Anregungen“ tun. Zudem besteht die Möglichkeit, den Bürgermeister per Mail oder über ein Kontaktformular zu erreichen. Klingt gut, aber wie schnell bekommen hier Bürger eine Antwort und bekommen sie überhaupt eine?

Wir machen einen Test und schicken eine Mail an die Stadtverwaltung mit einer Frage zur Verfügbarkeit von kommunalen Kitaplätzen. Wochen später hat noch immer niemand reagiert. Das ist wirklich eine schwache Leistung.

Fazit: 1,5/5 Punkten

Die Perleberg-Seite enttäuscht in mehrfacher Hinsicht. Gerade eine Stadt, die sich als kultureller Anziehungspunkt versteht, sollte diesen Aspekt auch auf ihrer Homepage deutlich machen. Das gelingt Perleberg noch nicht. Wer die Rolandstadt nicht kennt, wird sie nach einem Besuch auf der Seite auch nicht kennen lernen wollen. Die Informationen über die Stadt sind dürftig, die Fotos viel zu klein, oft qualitativ unterirdisch und nichtssagend. Auch layouttechnisch ist noch viel Luft nach oben – hier braucht es allerdings einen Experten.

Positiv hervorzuheben sind allein die Suchfunktion und die Übersichtlichkeit der Seite. Insgesamt ergibt sich ein Durchschnittswert von mageren 1,6 Punkten, die wir auf eineinhalb von fünf möglichen Punkten runden.

Reaktion der Stadt

Der „Prignitzer“ konfrontierte Perlebergs Bürgermeister Fred Fischer mit dem schlechten Abschneiden der Rolandstädter Website. Das Stadtoberhaupt reagierte in einer schriftlichen Stellungnahme wie folgt: „Wir wissen um unsere Probleme der Internet-Plattform der Stadt Perleberg. Derzeit wird eine neue Arbeits- und Verantwortungslinie in der Stadtverwaltung organisiert, da beide Kollegen langzeitkrank sind.“ Wann mit einer Verbesserung der Seite gerechnet werden könne, lässt Fischer offen: „Unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen lässt sich die Aufgabe nicht kurzfristig ändern. Wir sind jedoch dran.“

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erstellt am 17.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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