Feuerwehr Perleebrg : Perlebergs Feuerwehr schrumpft

Sie sind Feuerwehrmann-Anwärter:  Lukas Arnold, Andreas Bauer, Felix Dräger, Pascal Hanitzsch und Tassilo Peters.  Jedem zur Seite steht  ein erfahrener Kamerad.
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Sie sind Feuerwehrmann-Anwärter: Lukas Arnold, Andreas Bauer, Felix Dräger, Pascal Hanitzsch und Tassilo Peters. Jedem zur Seite steht ein erfahrener Kamerad.

Gut bezahlte Arbeit lockt Kameraden in andere Regionen

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10. März 2014, 08:00 Uhr

Mit 164 Einsätzen im vergangenen Jahr sind die Perleberger die zweitgrößte Einsatzwehr im Landkreis. Nicht mit gerechnet in dieser Statistik ist das Engagement der Kameraden beim Elbehochwasser im Juni 2013. Auch da wurde nicht auf die Uhr geschaut, trotz stockdunkler Nacht weiter Sandsäcke gefüllt. „Man hat euch gerufen, ihr seit gekommen und habt euch selbst organisiert“, so anerkennend Chris Brandt, Wittenberger Wehrführer, der zugleich das Dankeschön von Bürgermeister Dr. Oliver Hermann überbrachte.

28 Kameradinnen und Kameraden zählt die Ortswehr der Rolandstadt – 32 waren sie noch vor einem Jahr, wie David Roß, einer der beiden Stellvertreter, im Jahresbericht von Wehrführer Ralf Reichl, der erkrankt war, betonte. Drei Kameraden habe man für den aktiven Dienst gewinnen können, doch sieben verließen die Wehr. Der entscheidende Grund: Mangel an gut bezahlter Arbeit in der Region. Zudem, und diese Forderung geht an die Adresse der großen Politik, müsse der freiwillige Dienst für die jungen Leute attraktiver gestaltet und die Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter für die Einsätze freistellen, mehr gewürdigt werden.

Für Wolfgang Schulz, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, stehe außer Zweifel, dass die Feuerwehr auch künftig die volle Unterstützung des Stadtparlaments erfahren werde. Erst im Dezember konnte die Wehr mit einem neuen hydraulischen Rettungsgerät ausgerüstet werden. Eine recht kostspielige Investition, der aber die Stadtverordneten ohne große Debatte zustimmten. „Wir als Stadtverordneten wissen um den Stellenwert des Ehrenamtes.“

Die Feuerwehr sei die einzige Pflichtaufgabe der Stadt, die mit Freiwilligen umgesetzt werde und das rund um die Uhr, verdeutlichte Bürgermeister Fred Fischer. Insofern müssen die Kameraden auch das erhalten, was sie für ihre Arbeit benötigen. Auch wenn das nicht immer zeitnah erfolgen könne. Ein Schritt hinsichtlich Anerkennung könnte die Überarbeitung bzw. Angleichung der Aufwandsentschädigung an die der Nachbarwehren sein – eine Aufgabe für die nächste Legislaturperiode, so Fischer. Als Dankeschön für die Einsatzbereitschaft lud er die Wehrführung zur Auftaktveranstaltung zum Stadtjubiläum – der Covernight am kommenden Wochenende – ein. Für die Wache gibt es fortan jedes Jahr eine Fotocollage von den größten Einsätzen und Aktionen innerhalb der zwölf Monate.

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