Lärm : Perleberger Straße ist noch zu laut

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Bauliche Maßnahmen sind ausgeschöpft Stadt setzt auf Verkehrsregulierung und Vernunft

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07. Februar 2018, 12:00 Uhr

In der Perleberger Straße ist es zu laut. Bereits 2012/2013 überschritt der Lärmpegel das gesetzlich zugelassene Maß von 55 Dezibel am Tage und 45 Dezibel in der Nacht zwischen Horning und Krausestraße. Jetzt, fünf Jahre später, hat sich die Lärmbelästigung nicht vermindert. Das Gegenteil ist der Fall. Trotz des 2013 beschlossenen Lärmaktionsplanes hat sich der Bereich über die Krausestraße hinaus bis zur Einmündung Röhlstraße ausgedehnt.

Trotzdem wollen die Abgeordneten keinen neuen Lärmaktionsplan mit baulichen Maßnahmen aufstellen. Der Grund: „Aus baulicher Sicht sind sämtliche Faktoren zur Lärmminderung auf diesem Abschnitt ausgeschöpft“, sagt Peggy Heyneck, zuständig für den Umweltbereich in der Stadtverwaltung, auf „Prignitzer“-Nachfrage.

Alle fünf Jahre werden bundesweit Lärmkartierungen vorgenommen. Die gute Nachricht in Bezug auf Wittenberge: Bis auf den genannten Bereich der Perleberger Straße werden überall die Grenzwerte eingehalten. Das war bereits bei den Messungen 2012/13 so und hat sich nun bestätigt.

Zurück in die Perleberger: „Durch die Straße rollt viel Verkehr Richtung Bahnhof, das Gesundheitszentrum wird viel angefahren und die Leute nehmen den Weg, wenn sie ins Stadtzentrum wollen“, erklärt Heyneck das über durchschnittlich hohe Verkehrsaufkommen, das nach den Angaben des Landesumweltamtes bei über 8000 Pkw, Lastern und Motorrädern in 24 Stunden liegt.

Die konventionellen Möglichkeiten, den Straßenlärm zwischen Horning und Röhlstraße zu mindern, seien ausgeschöpft. „Wir haben Grünstreifen und Bäume an den Straßenrändern. Die Fahrbahn ist umgestaltet, Fußgängerüberwege bzw. Ampeln verringern die Geschwindigkeit“, zählt Heyneck auf. „Das heißt aber nicht, dass uns die Hände gebunden sind“, sagt die Umweltfachfrau. Sie verweist auf die sogenannten weichen Faktoren, „die wir aber nur langfristig beeinflussen können“. Wer vom Pkw auf den Bus umsteige, also den Öffentlichen Personennahverkehr mehr nutzt, leistet einen Beitrag zur Lärmminderung ebenso wie jene, die statt mit dem Auto mit dem Fahrrad fahren. Und auch die strategische Verkehrslenkung spiele eine wesentliche Rolle. Statt beispielsweise vom Bentwischer Weg aus über die Kyritzer in die Perleberger Straße Richtung Stadtzentrum zu rollen, ist auch der Weg über die Parkstraße möglich, wird unverständlicher Weise aber weniger genutzt, sagt Heyneck.

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