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Der Prignitzer

17. Oktober 2017 | 19:13 Uhr

Perleberger Straße: Es ist zu laut

vom

svz.de von
erstellt am 06.Sep.2013 | 12:21 Uhr

Wittenberge | Über 8000 Pkw, Brummis und Motorräder sind täglich in der Perleberger Straße zwischen der Goethestraße und dem Bereich Allende-Viertel unterwegs. Das ist nicht nur die höchste Zahl motorisierter Fahrzeuge, die in der Stadt innerhalb von 24 Stunden in einer Straße gezählt wurden. Diese mehr als 8000 motorisierten Fahrzeugen verursachen so einen Lärm, dass die Stadt handeln muss. Das erklärte Peggy Heyneck, im Bauamt für den Sachbereich Umwelt zuständig, am Mittwochabend den Mitglieder im Ordnungs- und Umweltausschuss.

Den Handlungszwang haben weder die Wittenberger Stadtverwaltung noch Umweltschutzgruppen festgestellt. Heyneck verweist vielmehr auf eine Lärmaktionsplanung des Landes. Das Umweltamt hat in Brandenburger Kommunen den Verkehr in großen Straßen zählen und darauf fußend Lärmschutzkarten erarbeiten lassen. Wer die für die Stadt sucht, findet sie im Internet. Es reicht, "Lärmschutzkarte Wittenberge" einzugeben. Allerdings ist der dort vom Landesumweltamt eingestellte Stadtplan mit den Erklärungen schwer zu deuten, selbst, wenn man, was erforderlich ist, auf eine Vergrößerung von 700 geht. Die Mitglieder im Umweltausschuss mussten sich nicht durchfinden, ihnen erläuterte die Fachfrau das Problem.

Gegenüber dem "Prignitzer" verdeutlichte Heyneck gestern, dass durch die hohe Fahrzeugbelastung für 61 Wohnungen an der Perleberger Straße der zulässige Lärmpegel überschritten wird. "Deshalb müssen wir als Kommune Maßnahmen ergreifen." Auf "Prignitzer"-Nachfrage, wie diese aussehen werden, sagt sie, "aktuell gibt es keine Lösung". "Wir müssen uns fachliche Unterstützung holen", einfach sei das Problem wirklich nicht zu klären. Denn in der Perleberger Straße sind bereits Maßnahmen umgesetzt worden, sie fußten auf dem Lärmminderungsplan der Stadt von 1994: Heyneck erinnert daran, dass zu jener Zeit diese Haupteinfahrtsstraße teilweise noch gepflastert war. Jetzt ist sie durchgängig bis zum Stern mit Asphalt versehen. Auch Bäume seien, wie 1994 vorgeschlagen, gepflanzt worden.

Auf die Frage, ob ein Herabsetzen der Geschwindigkeit den Lärm mindert, reagiert Peggy Heyneck zurückhaltend. Erhebungen hätten gezeigt, dass "die Geräuschbelästigung nicht wesentlich vermindert wird, wenn man die 50 Kilometer pro Stunde auf 30 absenkt".

Zu bedenken sei sicher auch, dass die Perleberger eine Haupteinfahrtsstraße in die Stadt ist. Außerdem ist sie schon jetzt zwischen Goethe- und Kyritzer Straße keine Rennstrecke, man denke nur an den Fußgängerüberweg in Höhe der Schwimmhalle, der bremsend wirkt.

Kyritzer Straße ist beliebte Einfahrtstraße

Die Zählungsergebnisse werden all jene überraschen, die bisher davon ausgingen, dass der Bentwischer Weg und auch die Parkstraße zu den meistbefahrenen Verbindungen Wittenberges gehören und die sich deshalb dringen an der Kreuzung mit Horning und Düsterweg eine Ampel wünschen. Laut Erhebung sind im Bentwischer Weg innerhalb von 24 Stunden im Schnitt 3300 motorisierte Fahrzeuge unterwegs. Die Kyritzer Straße ist als Zufahrt zur Perleberger sehr beliebt. Durchschnittlich knapp 6000 Fahrzeuge in 24 Stunden weisen Zählungen aus. Peggy Heyneck macht in diesem Zusammenhang darauf aufmerksam, dass aber nicht allein die Zahl der Autos ausschlaggebend ist für überhöhte Dezibelzahlen. "Das Umweltamt hat die Dichte und Höhe der Bebauung berücksichtigt und auch Geländemodelle erarbeitet."

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