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Perleberger Jugendwehr erhält eigenes Domizil

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erstellt am 29.Apr.2013 | 08:10 Uhr

Perleberg | Die Diskrepanz hätte größer kaum sein können: Eine gut aufgestellte, schlagkräftige Jugendwehr mit 33 hoch motivierten Jungen und Mädchen und fünf Ausbildern auf der einen, und eine schmucklose Kleiderkammer für die blauen Uniformen und die orangen Helme auf der anderen Seite. Eine richtige Umkleide? Fehlanzeige. Ein ordentlicher Schulungsraum? Allenfalls ein Traum.

Am Samstag hatte dieser Zustand endlich ein Ende, als die jungen Brandschützer der Rolandstadt ihr neues Domizil nach einer feierlichen Übergabe in Beschlag nehmen konnten. Ein heller Schulungsraum für den Unterricht, in dem künftig Theorie gebüffelt wird, und je ein Umkleideraum für Jungen und Mädchen.

"Es war ein langer Weg bis hierhin, aber dank der Unterstützung der Stadtverwaltung ist jetzt der Weg frei für eine effektive Ausbildung", sagte Jugendwart Maik Müller anlässlich der Festveranstaltung. Der Raum, der einst dem städtischen Museum als Lager diente, sei für insgesamt 27 600 Euro auf den neuesten Stand gebracht worden, so dass er nicht nur zu Schulungszwecken, sondern im Falle von Großschadenslagen auch als Einsatzzentrale genutzt werden könne. Entsprechende Telefon- und Internettechnik sei gleich mit eingebaut worden, so Müller.

Einen großen Dank schickte der Jugendwart in Richtung seiner Kameraden. "In drei Arbeitseinsätzen haben wir den Raum selbst soweit wie möglich für die Handwerker vorbereitet, was uns eine Menge Kosten gespart und mich - angesichts zweier hinterhältiger Scherze - eine Menge Nerven gekostet hat. So hätten seine Kameraden ihn das eine Mal mit einem drohenden Baustopp veräppelt, dann hieß es, dass weder eine Whiteboard-Tafel noch ein Beamer bereitgestellt werden könnten, da deren Kompatibilität nicht sichergestellt sei.

Ortswehrführer Ralf Reichl löste in seiner Ansprache den Scherz auf, indem er die Jugendwehr darüber informierte, dass die Tafel bereits geliefert sei, und Uwe Schleich, bei der Stadt zuständig für den Brandschutz, überreichte auch den passenden Beamer - mit einem Dank für das tolle Engagement der Jugendwehr. Weiterhin überbrachten Kämmerin Ute Brüggemann, Klaus-Dieter Gerloff vom Bauamt und Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung ihre Grüße - wobei die Fraktion der Linken noch 100 Euro für die Kasse der Jugendwehr stiftete.

Dass die jungen Blauröcke auch im Einsatz bestehen können, demonstrierten sie schließlich in einer großen Übung. Wohnhausbrand mit einer vermissten Person lautete das Szenario, das die Jungen und Mädchen genauso akribisch wie die Großen abarbeiteten. Absitzen, Schläuche kuppeln, Brand bekämpfen und Personensuche - die vielen Zuschauer staunten und klatschten begeistert Beifall.

"Die Arbeit mit der Jugendwehr läuft richtig gut", zog Maik Müller sein Fazit. Aktuell seien 33 Mitglieder dabei. "Damit haben wir unsere maximale Kapazität erreicht und derzeit einen Aufnahmestopp verhängt. Mehr können die Ausbilder einfach nicht leisten."

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