Nachfolge in der Kreisstadt : Perleberg hat jetzt eine Pastorin

Verena Mittermaier  ist Perlebergs neue Pastorin.  Fotos: Doris Ritzka
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Verena Mittermaier ist Perlebergs neue Pastorin. Fotos: Doris Ritzka

Verena Mittermaiers Maxime: „Viele Menschen kennenlernen, denn eine Gemeinde lebt von Begegnungen“

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10. Juni 2016, 04:45 Uhr

Perleberg hat eine junge Pastorin. Verena Mittermaier heißt sie, sie ist verheiratet und hat zwei Töchter, „eine im Grundschulalter und die kleine geht demnächst in die Kita“, ergänzt sie lächelnd. Geboren ist die 42-Jährige im baden-württembergischen Nürtingen, hier ging sie zur Schule, machte ihr Abi. Doch dann zog es sie immer mehr in Richtung Norden, gesteht die junge Frau. In Marburg studierte Verena Mittermaier Evangelische Theologie, dann ging es ein Jahr nach Brasilien. Hier absolvierte sie ein ökumenisches Praktikum, arbeitete mit Straßenkindern.

Ab 1998 war dann Berlin ihr Zuhause. Ganz bewusst habe sie sich die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) gewählt, denn „eigentlich geht man in die Landeskirche zurück, wo man sein Abitur gemacht hat.“ Verena Mittermaier aber hatte Berlin ins Herz geschlossen, hier bereits Wurzeln geschlagen, wie sie schmunzelnd anfügt, inzwischen dort auch ihren Mann kennengelernt.

Direkt in die Wiege sei ihr der Beruf der Pfarrerin nicht gelegt worden, doch ganz abwegig sei es auch nicht. Sie stammt aus einer Lehrerfamilie, doch ein Blick auf die Generationen davor verrät, da waren auch Pastoren vertreten. Auf jeden Fall haben ihre Eltern sie christlich geprägt. Ihr Abi machte sie in einer kirchlichen Schule. Letztlich war es ein Miteinander vieler unterschiedlicher Bereiche, das Soziale, das Menschliche, die Musik, der Einfluss der Geisteswissenschaften und auch Sprachen, das sie bewog, sich auf den beruflichen Weg zur Pfarrerin zu begeben.

Wie sich zeigte, keineswegs ein gerader. Denn nach dem ersten Examen gab es keinen Platz für ein Vikariat in der EKBO. So arbeitete sie zehn Jahre als Diplomtheologin. „Die Bildungsarbeit war anfangs mein Schwerpunkt“, berichtet sie. Workshops zum Judentum, Christum und Islam für die Jugend habe sie geleitet, bevor dann die Arbeit mit Flüchtlingen ihre Aufgabe wurde.

Asyl in der Kirche – sie leitete die Bundesgeschäftsstelle. Doch ihr Ziel, ein Vikariat zu absolvieren, behielt sie immer im Blick. „Ich war schon Ende 30, dann hat es endlich geklappt.“ Anfang 2014 erfolgte die Ordination in eine Pfarrstelle. „Im Entsendungsdienst konnte ich Erfahrung als Vorstandsreferentin im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und in der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Köpenick sammeln“, listet Verena Mittermaier auf. Die Stelle war aber befristet und so schaute sich die Pfarrerin gemeinsam mit ihrer Familie nach einem neuen Wirkungskreis um.

Und auf Perleberg fiel dann die Entscheidung. „Ich bin sehr froh, dass es auch geklappt hat“, so Verena Mittermaier.

Jetzt sei sie hier, wolle ankommen, beobachten, Traditionen wahrnehmen und erkunden, was sich alles noch um die Gemeinde herum tut, die lokalen Strukturen kennenlernen. Ersten Kontakt auch zur Stadt und zur Bürgermeisterin habe sie bereits. Ganz wichtig: „Viele Menschen kennenlernen, denn eine Gemeinde lebt von menschlichen Begegnungen“, so die Pfarrerin.

Ein wichtiges Anliegen sei ihr auch die Jugendarbeit, der Jugend Formate anzubieten, wo sie sich wohlfühlt, wie sie sagt. Ihr gehe es nicht darum, alles neu zu erfinden, sondern nutzen und fortführen, was gut läuft und dabei die eine oder andere neue Idee vielleicht miteinfließen zu lassen. Wohlwollendes Entgegenkommen und Aufgeschlossenheit – das habe man ihr hier entgegengebracht, seit sie sich im Januar in einem Gottesdienst vorgestellt hat. „Ich freue mich auf die Arbeit“, in der sie eigentlich schon mitten drinsteckt.  

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