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Asyl : Perleberg hat die meisten Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

755 Asylbewerber leben derzeit im Kreis / noch kein Bedarf an Großunterkünften

von
erstellt am 23.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Im Landkreis Prignitz leben derzeit insgesamt 755 Asylbewerber. Darunter befinden sich 318 Einzelpersonen und 105 Familien, teilte der Kreis auf „Prignitzer“-Nachfrage mit. In den Familien leben insgesamt 228 Kinder im Kindergarten- und Schulalter. Gemäß brandenburgischer Verteilungsverordnung hat der Landkreis Prignitz 3,6 Prozent der Asylbewerber, die dem Land Brandenburg zugewiesen werden, aufzunehmen.

Aktuell erfolgt die Unterbringung ausschließlich in Wohnungen. Dafür hat der Landkreis 203 Wohnungen angemietet. Weitere Vermieter hätten zudem ihre Bereitschaft angekündigt, zusätzlichen Wohnraum für die Unterbringung von Asylsuchenden zur Verfügung zu stellen, heißt es aus der Kreisverwaltung. Verglichen mit der Bevölkerungszahl hat Perleberg derzeit mit 2,1 Prozent die höchste Quote an Flüchtlingen aufgenommen, die Stadt Pritzwalk bildet mit 0,2 Prozent das Schlusslicht.

Parallel dazu werden aber aufgrund der steigenden Zuweisungszahlen auch alternative Unterbringungsmöglichkeiten für das Jahr 2016 und die folgenden Jahre geprüft. Konkreter wollte man beim Kreis diesbezüglich nicht werden. Allerdings hatte Christian Müller, erster Beigeordneter des Landrates und Leiter des Geschäftsbereichs Gesundheit und Soziales, auf der Stadtverordnetenversammlung in Perleberg am vergangenen Donnerstag informiert, dass potenziell alle kreislichen Liegenschaften für eine Unterbringung in Frage kämen.

Die Betreuung der Asylbewerber erfolgt durch die Awo Prignitz als Dienstleister für den Landkreis, die die Flüchtlinge in Empfang nimmt, mit ihnen Behördengänge erledigt und Kinder in der Schule bzw. Kita anmeldet. Weiterhin informiert die Kreisverwaltung darüber, dass von Anfang Juni bis Anfang Oktober von der Kreisvolkshochschule acht Sprachkurse angeboten wurden, an denen 99 Migranten teilnahmen.

Um die Flüchtlingsaufnahme finanziell stemmen zu können, erhält der Kreis für den Bau von Gemeinschaftsunterkünften eine Investitionspauschale von 2300 Euro pro neuem Platz. Für Unterbringung, Betreuung sowie die Erbringung der Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erstattet das Land dem Kreis pro Person eine Jahrespauschale von 9219 Euro, weiterhin werden pro Gemeinschaftsunterkunft Bewachungskosten in Höhe von 6900 Euro monatlich pauschal erstattet.

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