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Krankenhaus rüstet auf : Perleberg bekommt eine Geriatrie

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kreiskrankenhaus eröffnet im Sommer eine Station speziell für ältere Patienten

Mehr Betten und eine komplett neue Station – besser könnte das Jahr für das Kreiskrankenhaus Prignitz nicht beginnen. „Die Zahl unserer Planbetten steigt von 364 auf 368 und wir werden eine Geriatrische Klinik eröffnen“, sagt Geschäftsführer Karsten Krüger. Diese gute Nachricht erreichte sein Haus unmittelbar vor Weihnachten. Der für fünf Jahre gültige Landeskrankenhausplan sieht diese Veränderungen vor. „Mit dem Schreiben aus dem Gesundheitsministerium haben wir jetzt Planungssicherheit und beginnen mit den Vorbereitungen“, so Krüger.

Läuft alles nach Plan, soll die neue Station im Juli eröffnen. Geplant sind 28 Betten. Ein ehrgeiziger Zeitplan sei das, räumt Krüger ein, aber völlig unvorbereitet ist die Klinik nicht. Im Verlauf der Krankenhausplanung hatte sich diese Veränderung angedeutet. Schon im vergangenen Sommer hatte die Klinik daher Stellen für die Stationsleitung ausgeschrieben. „Die zwei Schwestern absolvieren ihre Ausbildung und werden zur Jahresmitte fertig sein“, informiert Karsten Krüger.

Die Stelle des Chefarztes war ebenfalls ausgeschrieben, aber es habe keine qualifizierten Bewerbungen gegeben. Bundesweit werden Spezialisten für neu geründete geriatrische Abteilungen gesucht, Experten seien rar auf dem Markt, begründet der leitende Chefarzt Klaus Schulze. Deshalb soll die Stelle hausintern besetzt werden. Ein Arzt absolviere derzeit die dafür notwendige Zusatzqualifikation.

Die neue Station wird örtlich in der jetzigen Gynäkologie und Geburtenklinik ihren Platz finden. Deren Patienten werden künftig in einem neu zu errichtenden Anbau versorgt. Dieser wird direkt an die im Erdgeschoss befindliche Kinderklinik anschließen und 16 Betten Platz bieten. Aktuell sind es noch 20 Betten. Der notwendige Bauantrag sei bereits gestellt, für die eigentliche Umbauphase werden drei Monate kalkuliert.

Die neue Station sei ein wichtiges Signal für die Region, sagen Krüger und Schulze. Damit decke das Kreiskrankenhaus medizinisch die gesamte Lebensspanne von der Geburt bis ins hohe Alter ab. „Die Gesundheitspolitik reagiert auf den demographischen Wandel. Landesweit steigt in Brandenburg die Zahl der geriatrischen Betten um 80 Prozent“, sagt Schulze. In Perleberg seien schon jetzt zwei Drittel aller Patienten älter als 50 Jahre und 39,6 Prozent älter als 70.

Die Geriatrie ermöglicht eine individuelle, altersspezifische Behandlung der Patienten. Typische Krankheitsbilder seien Kreislaufstörungen, Schlaganfälle oder Tumore. Natürlich werden diese auch in der klassischen Neurologie oder der Inneren Klinik behandelt, aber in der Geriatrie können stärker Besonderheiten berücksichtigt werden, die sich altersbedingt ergeben. Unter anderem ist die Verweildauer der Patienten in der Klinik deutlich länger.

Der Landeskrankenhausplan gibt allen Kliniken eine Orientierung für die Anzahl der Betten und ihre Verteilung auf den einzelnen Stationen. Um die insgesamt 24 Betten auf der neuen Station zu kompensieren, werde in anderen Bereichen leicht abgebaut. Das betrifft unter anderem die Chirurgie. Aufgrund der immer besseren medizinischen Möglichkeiten, bleiben Patienten deutlich weniger Tage im Krankenhaus. Damit werden weniger Betten benötigt.

Insgesamt verfügt das Perleberger Haus über 391 Betten, 23 mehr als der Landesplan vorsieht. „Damit sind wir flexibel, können auf allen Stationen kurzfristig reagieren, wenn die Zahl unserer Patienten sporadisch enorm ansteigt“, erklärt Karsten Krüger. Vor Weihnachten habe es wieder so eine Extremsituation gegeben. Alle Betten waren belegt. Im Unterschied zu den Planbetten gibt es für die zusätzlichen keine Fördermittel, die das Land für die Infrastruktur der Krankenhäuser zahlt.


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erstellt am 07.Jan.2014 | 10:34 Uhr

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