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Kutschertreffen Blüthen : Per Pferdewagen durch die Natur

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kutscher treffen sich in diesem Jahr in Blüthen - Hobbyfahrer genießen die Gelassenheit und die schöne Landschaft

Während überall in der Prignitz am Donnerstag Fahrradreifen dominierten, wurde in Blüthen auf größere Räder und mehr Kraft gesetzt. 20 Kutschen und Kremser rollten am Vormittag gemütlich auf dem Festplatz ein. Die Ein- und Zweispänner brachten zwischen zwei und 20 Menschen zum 16. Kutschertreffen.

„Wir haben in der Mehrzahl im Jahr 2000 im gleichen Kurs den Kutschenführerschein erworben“, erzählt Helmut Jaeger, der unterstützt von Familie, Freunden und weiteren Helfern die Veranstaltung in Blüthen vorbereitet hatte. „Der Kurs und die Gemeinschaft waren so angenehm, dass wir verabredet haben, uns einmal im Jahr zu treffen, immer an einem anderen Ort. Inzwischen sind wir schon bei der zweiten Runde.“ Die Veranstaltung reicht längst über Karstädt und Umgebung hinaus, auch aus Wolfshagen und Seedorf kommen Kutscher.

„Ein Hobby braucht doch jeder Mensch“, meint Jaeger auf die Frage, warum er das Kutschieren so liebt. „So eine Fahrt gerade jetzt im Mai durch grünende Landschaften und die blühenden gelben Rapsfelder ist herrlich, da finden Seele und Natur zueinander.“ Ehrenfried Holstein, der in diesem Jahr zu den Kutschern gestoßen ist, sieht auch die Liebe zu den Tieren als wichtigen Grund für das gemeinsame Hobby an. Es sei nicht gerade billig und auch sehr zeitaufwändig, räumt Jaeger mit Blick auf seine Kutsche aus poliertem Holz ein. „Die Pferde müssen ja täglich gefüttert und mehrfach im Jahr beschlagen werden, auch Geschirre und Wagen kosten Geld.“ Wie bei anderen Hobbykutschern rollen Jaegers Wagen deshalb nicht nur zum Vergnügen der Familie, sondern befördern auch Hochzeitspaare und Ausflügler.

Ähnlich hält es Horst Puls aus Wolfshagen, der mit seinem Achenbach Jagdwagen gekommen ist. Um die 80 Jahre hat das liebevoll restaurierte Gefährt schon auf den Holzspeichenrädern. „Im Gelände läuft er sehr ruhig“, erzählt der stolze Besitzer. Er fährt mit seinen Wagen auch Turniere, trainiert dafür regelmäßig.

Zum dritten Mal ist Andreas Steinbrenner aus Seedorf mit Ehefrau und Familie Johnke beim Kutschentreffen dabei. „Helmut Jaeger hat mich eingeladen, da bin ich gern gekommen, unter Pferdeleuten kennt man sich“, erzählt er.

Ruhig warten die angespannten Tiere vor den großen und mittleren Kremsern, vor sportlichen und Turnierwagen, feinen Kutschen mit blinkenden Lampen und Alltagsmodellen auf den Start zur 15 Kilometer langen gemeinsamen Ausfahrt. Doch die Kutscher mit ihren Familien, Bekannten und Freunden haben es nicht eilig. Zu ihrem Treffen gehören auch die ausgiebigen Gespräche über die vergangenen Monate, über neue und restaurierte Wagen, über die Pferde und über Erlebnisse auf den Fahrten.

Diese ruhige und entspannte Atmosphäre hält selbst an, als Jagdhornsignale den Aufbruch zur Ausfahrt verkünden. Die Kutscher rücken Hüte und Mützen zurecht, nehmen die Zügel in die Hand und die rund 100 Passagiere setzen sich ruhig auf ihre Plätze. Geduldig reihen sich die 20 Kutschen in den Korso ein und rollen dann gemächlich in Richtung der gelbblühenden Rapsfelder.

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erstellt am 05.Mai.2016 | 21:00 Uhr

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