Gewässerschau auf der Löcknitz : Per Kanu zu den kritischen Punkten

Weil sie von außen schwer einzusehen ist, musste die Gewässerschau der Löcknitz vom Kanu aus erfolgen.
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Weil sie von außen schwer einzusehen ist, musste die Gewässerschau der Löcknitz vom Kanu aus erfolgen.

Nach den Überflutungen im Juli schauten sich Behördenvertreter den Abfluss der Löcknitz zwischen Wustrow und Lenzen an

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07. September 2017, 20:45 Uhr

Die Löcknitz mit dem Kanu erkunden: Für einige Vertreter von Landesumweltamt, Wasser- und Bodenverband, der Unteren Wasserbehörde des Landkreises und des Amtes Lenzen-Elbtalaue war es am Donnerstag Alltagsarbeit. Bei einer Gewässerschau des unteren Löcknitzbereichs zwischen Wustrow und Lenzen machten sich die Experten ein genaues Bild vom Unterhaltungszustand des Flusses. Die Löcknitz hatte nach dem Dauerregen Ende Juli zwischen Bernheide und Wustrow Felder und Wiesen überflutet und bei Landwirten für hohe Schäden gesorgt.

„Man kann das Gebiet von außen nur schlecht einsehen und beurteilen“, erklärte Bernd Lindow, Sachbereichsleiter Natur- und Gewässerschutz beim Landkreis, die etwas ungewöhnliche Gewässerschau. „Wir haben uns den aus unserer Sicht besonders kritischen Bereich der ersten Ordnung der Löcknitz angesehen. Was Fragen der Unterhaltung des Gewässers betrifft, konnten wir keine gravierenden Mängel feststellen. Unterhaltungsmängel waren für die Überflutungen also nicht verursachend“, so Lindows Fazit. Er regte aber an, dass umgestürzte Bäume im Bereich zwischen Straßenbrücke Wustrow und Anfang Naturschutzgebiet Gandower Schweineweide „im Interesse des Abflusses“ entfernt werden sollten. Hier ist das Gefälle niedriger, die Fließgeschwindigkeit der Löcknitz verringert. Auch sollte eine Schilfmahd der Randbereiche im Frühsommer bedacht werden.

Beim jüngsten Hochwasser der Löcknitz haben der Wasser- und Bodenverband und das Landesumweltamt nach Ansicht von Bernd Lindow versucht, den Bereich bestmöglich zu regulieren. Für Landwirt Siegmund Mackel war dies nicht ausreichend. „Man sollte doch, wenn uns Naturkatastrophen drohen, im Vorfeld schon das Wasser wenigstens stückchenweise ablassen. Wie 2007, das ist uns gut bekommen.“ Für entsprechende Maßnahmen waren die vorherigen Niederschlagsprognosen aber zu ungenau, hieß es vom Wasser- und Bodenverband. Bis zu 150 Liter auf den Quadratmeter seien nicht vorhersehbar gewesen. Trotz einiger kontroverser Meinungen plädierten Behörden und Landwirte für die Einführung eines Hochwasserwarnsystems für die Löcknitz, ähnlich dem der Stepenitz. Dazu soll es demnächst Gespräche mit dem Landesumweltamt geben. „Die Realisierung des Vorhabens wird aber sehr, sehr schwierig sein“, gab Lysann Jacob, Bereichsingenieurin für Hochwasserschutz und Gewässerunterhaltung beim Landesumweltamt, zu bedenken.

„Ich fand es gut, dass alle, auch die Betroffenen des Hochwassers, an einem Tisch gesessen und offen über Probleme gesprochen haben. Die Anregungen waren wertvoll“, sagte Bernd Lindow abschließend. Das sieht auch Siegmund Mackel so. „Das Problem Löcknitz wird uns noch viel beschäftigen. Wir haben aber erste Schritte getan.“


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