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Feuerwehrhochzeit in Perleberg : Per Drehleiter in den 7. Himmel

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ein Mädel vom Dorf und ein waschechter Leipziger fanden sich und ihr Glück in Quitzow und gaben sich nun das Ja-Wort

von
erstellt am 30.Jan.2017 | 08:00 Uhr

Auf der Drehleiter ging es am Sonnabend für Sandra und ihren Feuerwehrmann Benjamin Hinze hoch hinaus und „dem siebten Himmel noch ein Stück näher“, fügen beide lachend an. Sie sind glücklich, denn endlich sind sie nur auch mit Siegel und Unterschrift Mann und Frau.

Im Januar 2016 stellten wir die junge Quitzower Familie und ihren Nachwuchs vor. Damals stand für Benjamin und Sandra felsenfest: 2016 wird geheiratet. „Ganz hat es nicht geklappt, aber das neue Jahr ist ja auch erst einen Monat alt“, so der 28-jährige frischgebackene Ehemann.

Ganz klein wollten sie heiraten, so die Vorstellungen vor einem Jahr. Aber wo und wie? Bevor man darauf eine Antwort hatte, war die Schar der Hochzeitsgäste zusehends gewachsen. „55 sind wir jetzt“, überschlägt die Braut, und gefeiert wird nun in der Gaststätte in Quitzow.

Kennengelernt haben sich beide 2007. Sandra, in Quitzow und mit der Landwirtschaft groß geworden, machte eine Ausbildung zum Tierwirt in der Agrargenossenschaft. Benjamin lernte hier Landwirt. Als waschechten Leipziger hatte es ihn, besser gesagt seine Familie, 2002 in die Prignitz aufs Anwesen der Großeltern in Lenzersilge verschlagen.

Es war die große Technik, die ihn vor allem reizte und noch immer fasziniert. Und es war Sandra. Als er für einige Tage ins Krankenhaus musste, besuchte sie ihn, „einfach, weil sonst keiner wollte“, sagt sie lachend. Sie habe eben ein großes Herz und das verlor sie dabei an Benjamin.

Nach der Ausbildung ging es für die heute 30-Jährige zur Arbeit in die Mastanlage. Benjamin hingegen liebäugelte mit noch größerer Technik und begann in einem Lohnunternehmen in der Region. „Es hat Spaß gemacht, aber ich war eben viel unterwegs.“ Zu Hause aber wartete nicht nur Sandra, mittlerweile waren sie schon zu dritt – Amelie war auf der Welt. „Für uns, für die Familie, ist er wieder zurück in die Agrargenossenschaft gekommen“, sagt Sandra, denn inzwischen hatte sich erneut Nachwuchs angekündigt, wurde alsbald Niklas geboren.

Von der Großstadt damals aufs Dorf – „das war schon eine gewaltige Umstellung“, gesteht der Bräutigam. Doch mittlerweile sei es genau anders herum. „Ich fahre gern mal nach Leipzig, bin aber froh, wenn ich abends wieder in meinem eigene Bett liege.“

Er habe auf dem Dorf sein Glück gefunden. „Wir haben zwei gesunde Kinder, sogar schon unser eigenes Haus, zehn Hühner, zwei Meerschweinchen, zwei Hasen, mit Keks nun auch unseren Hund, Arbeit, die uns Spaß macht – uns fehlt es an nichts“, so der junge Vater. Selbst sein Kindheitstraum ist erfüllt, er ist Mitglied der Quitzower Feuerwehr. „Und das mit Leib und Seele“, fügt Sandra an. „Ein Hobby muss er ja auch haben, und dieses ist noch dazu sinnvoll“, fügt sie lachend an, auch wenn es sie manchmal nervt, wenn wieder der Pieper nachts geht und sie auch erst wieder einschlafen kann, wenn sie die Tür klappen hört und weiß: „Jetzt ist er wieder da.“

Hand in Hand läuft es zu Hause. „Benjamin ist ein Familienmensch und macht alles für mich“, plaudert seine Holde ein wenig aus dem Nähkästchen. Umgekehrt: „Sandra ist die Frau, die ich mir gewünscht habe. Sie ist einmalig, jedenfalls für mich.“ Ja, auch nach fast zehn Jahren, wo sich beide kennen, knistert es noch zwischen ihnen, freut man sich auf den anderen, auf die Kinder, aufs Zuhause. Und dass es noch zehn, zwanzig, dreißig Jahre, kurzum immer so bleibt, das ist ihr größter Wunsch. „Und das wir alle gesund bleiben, denn zum eigentlichen Glück fehlt uns nichts“, sagen beide und nehmen sich in die Arme. 

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