Festivität zum Spätsommerausklang : Pedalritter und Co. hatten Spaß

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Wittenberger Interessenring lud in die Innenstadt zur Festivität rund ums Fahrrad und hatte zahlreiche Partner an seiner Seite.

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28. September 2015, 12:00 Uhr

Doris Skibba jubelt. Das Fahrrad von Ehemann Eckhard ist das älteste, das bei dem kleinen Wettbewerb um den betagtesten Drahtesel am Samstag vorgestellt wird. Es ist ein Rad der Marke Dürkopp und kann durchaus noch aus der Vorkriegszeit stammen. „Mein Mann kann nicht selbst kommen, weil er krank ist. Er wird sich aber sehr freuen, dass sein Rad gesiegt hat“, erzählt die Wittenbergerin. Obwohl Skibbas neue, sogar moderne E-Bikes haben, komme der alte Drahtesel immer noch für Einkaufsfahrten zum Einsatz. Doris Skibba ist nicht allein wegen des altertümlichen Familiendrahtesels zum Fest in die Bahnstraße gekommen. „Ich nutzte die Gelegenheit, mir auch noch andere Fahrräder anzuschauen“, sagt sie, und hält nach den Fachhändlern Ausschau, die an diesem Tag ihre Angebote offerieren.


Ein Hochrad zum Verspeisen


Die Suche nach dem ältesten Drahtesel war ein Programmpunkt des Spätsommerfestes, zu dem der Wittenberger Interessenring WIR und Partner mit Unterstützung der Stadt am Samstag einluden. Mit der Idee für eine solche Festivität, die Wittenberge als Fahrradstadt in den Mittelpunkt rückt, hatte sich der WIR am Wettbewerb der IHK West Brandenburg beteiligt, der darauf abzielte, mit besonderen Ideen die Innenstädte zu beleben.

Für den Bereich am Kultur- und Festspielhaus, wo unter freiem Himmel auch eine kleine Bühne aufgebaut war, gelang das wirklich gut. In der Bahnstraße, wo zahlreiche Händler ihre Geschäfte öffneten, wurde es immer ruhiger, je weiter das Kulturhaus entfernt war. Zur Modenschau in der Bahnstraße/Ecke Auguststraße zog es dann allerdings doch zahlreiche Besucher dorthin.

Die Festivität war aber auch nicht als klassische Verkaufsveranstaltung gedacht. Sie sei als ein Event für Familien geplant, entsprechend sei auch das Programm“, so WIR-Chef Thomas Schneider. Er dankte jenen, die sich eingebracht haben und stellte in Aussicht, dass es im nächsten Jahr – dann vielleicht auch unter einem anderen Motto – zum Sommerausklang wieder so eine Festivität geben solle. Auf Nachhaltigkeit ziele ja schließlich auch dieser Wettbewerb der Industrie- und Handelskammer.

Bürgermeister Dr. Oliver Hermann freute sich sichtlich über das breitgefächerte Angebot und auch über manch neue Idee. Dazu zählte das Stadtoberhaupt auch, „dass die Züchter von rassigem Geflügel und Kaninchen vor dem Kulturhaus eine kleine Schau organisierten. Am Stand der Schützengilde konnte man seine ruhige Hand testen. Für Bowle und Radfahrfotos der sehr besonderen Art sorgten Ronald Schultz vom Weinkontor und Fotograf Nico Dalchow, die jetzt gemeinsam in der Bahnstraße Laden und Studio betreiben. „Frische neue Ideen sind gefragt“, so der Bürgermeister. Mit einer solchen wartete Bäckermeister Lars Erfert auf. Er steuert zum Tag rund um den Drahtesel eine riesige Hochrad-Torte bei. Stadtoberhaupt und Bäckermeister übernahmen das Verteilen. Trotz seiner Größe war das gute Stück schnell verspeist. Zum Glück war auch der Seniorenbeirat mit Kuchen Kaffee dabei. Anderswo gab es Deftiges.


Lob und Anregungen


Die Möglichkeit, sich etwas zu stärken, nutzten Pedalritter aus Bad Wilsnack sehr gern. Als Gruppe „Krumme Speiche“ treten sie regelmäßig in die Pedalen. „Als die Einladung aus Wittenberge kam, zum Fest zu radeln, haben wir uns gesagt, warum nicht?“, meint Bärbel Storch. Sie spricht für die Gruppe, als sie sagt, der Ausflug gefalle. Aber, so merkt sie an, wer Radler einlade, sollte auch an Sitzgelegenheiten denken, damit man ausruhen könne.

Super findet die Wittenbergerin Ingrid Wolter das Spätsommerfest: „Da haben sich die Leute was Schönes einfallen lassen.“ Aus berufenem Mund, nämlich von Elfi Eickmann – seit Jahren Mitorganisatorin des Stadt- und Hafenfestes – kommt ebenfalls Lob: „Eine super-tolle Idee.“ Allerdings, so merkt Eickmann auch an, sei es augenscheinlich schwierig, in den gesamten Einkaufsbereich in der Bahnstraße Leben zu bringen.

Noch bevor es am Nachmittag gegen 15 Uhr in der Bahnstraße losging, starteten am Nedwighafen unter Führung von Radsportler Bernd Gerhardt 27 Wittenberger Pedalritter. Ihr Weg zum Fest führte sie sportlich über Cumlosen.

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