Perleberger Spielleute feiern Geburtstag : Pauken, Flöten und Erinnerungen

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Spielmannszug Perleberg 1955 e. V. gibt zu seinem 60. Geburtstag unter dem Motto „Perlenale“ ein viel bejubeltes Galakonzert in der Rolandhalle.

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27. September 2015, 21:00 Uhr

„Das da, der Dritte von rechts, das ist Rudolf Menk, von dem bekam ich meine erste Trommel“, erinnert sich Gebhard Pries. Zusammen mit Sohn Lennart schaut er sich die vielen Fotos und die historischen Dokumente aus der Geschichte des Perleberger Spielmannszuges ganz genau an– zusammengestellt übrigens von der Perleberger Stadtarchivarin Sylvia Pieper. Pries ist selbst Stabführer eines Ensembles – nämlich des Pritzwalker Spielmannszuges, schon seit 1978, und seit insgesamt bereits 48 Jahren Mitglied. Er kann sich noch genau an die Zeit der Spielgemeinschaft Perleberg/Pritzwalk 1965 bis 1975 erinnern. Gemeinsame Übungsstunden, Einsätze, Auftritte, Fahrten, die Teilnahme an Wettkämpfen und nicht zuletzt der DDR-Meistertitel (Nachwuchs) prägten diese Phase, auf die sich am Samstagabend nicht nur der Pritzwalker sehr gern zurück besann.

Die Perleberger Spielleute hatten sich anlässlich des Galakonzertes zum 60. Geburtstag ihres Ensembles mächtig in Schale geworfen, schritten, wie es sich für eine „Perlenale“ gehört, bejubelt und beklatscht von Groupies über den roten Teppich zur Bühne. Dort wurde dann ein musikalisches Feuerwerk gezündet, das für jeden Geschmack etwas bot. Hunderte Gäste erlebten – wie man es von den Perleberger Spielleuten bereits gewohnt ist – kein „normales“ Konzert, sondern eigentlich eine fortwährende Preisverleihung. Denn, allen Titeln waren Kategorien zu geordnet. In jeder der 21 Kategorien standen im Vorfeld drei Stücke zur Auswahl – der aus Sicht der Musiker beliebteste Titel schaffte es schließlich ins Abendprogramm am Samstag.

Zwischendurch gab es Ehrungen und Auszeichnungen, u. a. für besonders aktive Mitglieder des Vereins, für den treuesten Fan, für aktive Eltern. Einer der Geehrten: Klaus Oertel, von den Spielleuten auch liebevoll „Vaddi“ genannt, der vorgestern selbst einen runden Geburtstag beging – den 65. – den Termin seiner eigenen Feier aber dem des Spielmannszuges unterordnete. Ein wirklich treuer Fan eben, der mit dem Verein eng verwoben sei und das Ensemble zudem seit langem als angenehmer Kritiker begleite, wie es Moderatorin Conny Winter formulierte.

Gemeinsam mit Co-Moderator Volker Stopsack hielt sie Rückschau auf markante Eckdaten – den ersten öffentlichen Auftritt am 20. September 1955, der als Geburtsstunde gilt, damals noch unter dem Dach der BSG „Empor“ Perleberg. Am 9. August 1990 dann die Gründung eines eigenen Vereins. Zahlreiche Pokale zeugen von nationalem und internationalem Erfolg als Musiker-Team. Ausgerechnet aber ein vierter Platz bleibt besonders hartnäckig im Gedächtnis – der vom Internationalen Musikfestival 1992 im spanischen Calella. Eigentlich hätten die Perleberger dort Bronze geholt, waren punktgleich mit den Dritten. Weil sie sich weigerten, dem Publikum beim Spielen den Rücken zuzudrehen, kam es aber anders. Sie standen statt dessen mit dem Rücken zur Jury, diese setzte sie auf Platz vier… Ein bisschen anders waren sie schon immer, die Perleberger Spielleute. Und das hält sie offensichtlich jung.  

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