Party zwischen Reggae und Fußball

Katrin Fenske (junge Frau mit Krone) wird am 6. September heiraten. Auf der Kneipennacht feierte sie ihren Abschied vom Single-Dasein.
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Katrin Fenske (junge Frau mit Krone) wird am 6. September heiraten. Auf der Kneipennacht feierte sie ihren Abschied vom Single-Dasein.

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01. Mai 2013, 05:44 Uhr

Perleberg | Je später der Abend, um so voller die Perleberger Innenstadt. Vor den Gaststätten Trauben von Menschen - junge und junggebliebene. Spaß haben, gute Musik, Treffen mit Freunden, "sich einfach nach dem langen Winter wieder ins Getümmel stürzen", so Anne Müller (28), das lockt sie trotz UEFA Champions League aus den vier Wänden. Wobei, drauf verzichten muss eigentlich niemand, dank Handy und echter Fußballfans auch unter den Gastronomen und Gewerbetreibenden. Denn wie im Schaufenster auf dem Schuhmarkt laufen auch in einigen Gaststätten die riesigen Fernseher. "Kurz mal schauen und dann weiter in die nächste Kneipe." Für Dominic Schult aus Karstädt und Herrmann Arndt aus Kribbe sind es die erste Nightpearls. So viel wie möglich mitbekommen, lautet ihre Devise.

Den Speichern steuert Petra Horlbeck mit ihrer Crew an - "alles Freunde und Bekannte. Wir sind die Chorsänger aus Leppin". Jedes Jahr seien sie dabei und "mal sehen, wie lange wir dieses Mal durchhalten".

Großes Hallo dann am Wallgebäude. "Katrin feiert Abschied von ihrem Single-Dasein", sorgt eine illustere Schar von Frauen für Aufklärung. "Meine Mädels haben mich heute damit einfach überrascht", gesteht die angehend Braut, die am 6. September ihrem Maik das Ja-Wort geben will.

Ob Rock mit The Dise, Musik von der grünen Insel, Reggae, Rock und Funk, Pop oder ab 22 Uhr Zix Hands, die AC/DC-Coverband - übertönen hätten all das nur der Jubelschrei der Fußballfans. Doch die bangen ab der 82. Minute bis zum Schlusspfiff. Und so liegt Geunar Lohse richtig mit seinem Tipp: "Borussia Dortmund verliert das Spiel aber kommt ins Finale." Damit ist die Welt in Ordnung.

Nicht so für Uwe Steuer und das Organisationsteam. "Die Nightpearls verkommen zum Straßenfest." Das eigentliche Konzept, die Leute in die gastronomischen Einrichtungen zu locken, ihnen diese vorzustellen, zu zeigen, was gibt es hier Neues - das sei in keiner Weise mehr aufgegangen. "Da werden Flächen der Stadt einfach von Gastronomen okkupiert, wofür sie keine Genehmigung haben." Alles spiele sich vor der Tür, auf der Straße ab. An das Konzept, das jeder teilnehmende Gastronom jedes Jahr neu bekomme, sowie an Verträge werde sich nicht gehalten. Es werde Party bzw. Disco gemacht bis in die frühen Morgenstunden, obwohl die "Veranstaltung bis 2 Uhr genehmigt, wir als Veranstalter ab 24 Uhr außen vor sind.

Doch letztlich fällt alles auf uns zurück. Eben auch der Müll am nächsten Tag", so Uwe Steuer sichtlich enttäuscht auch wenn Letzterer inzwischen längst aus dem Stadtbild verschwunden ist. "Wir haben Auflagen zu erfüllen, an die sich niemand hält." Jedenfalls etliche nicht, denn er wolle keineswegs alle über einen Kamm scheren. Der eigentliche Sinn der Nightpearls sei damit aber verloren gegangen, auch wenn wieder Hunderte Menschen unterwegs waren, sich trafen, ihren Spaß hatten - "alles wunderbar. Wir machen das aber für die Stadt, für die Gastronomen und organisieren kein Straßenfest." Insofern müssen sie sich als Organisatoren gründlich überlegen, ob es die 13. Nightpearls geben werde.

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