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Karneval in der Prignitz : Party trotz Abschiedsschmerzes

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Dallminer Jecken machen nach dieser Session Schluss. Berger Karnevalisten machen in Perleberg Rabatz.

Etwas Wehmut war bei aller Feierlaune am Sonnabend in Dallmin schon dabei. Der Grund ließ sich schon am Motto der Session erkennen: „20 Jahre KCD – noch einmal Krach und dann Adé“. Der Karnevalsclub macht nach zwei Jahrzehnten des Feierns und der Unterhaltung Schluss, kommendes Wochenende heißt es zum vorerst letzten Mal „Dallmin helau“ im Gasthaus Schwieger.

„Wir haben leider kaum noch Nachwuchs. Viele arbeiten außerhalb. Da wird es dann schwer“, sagte Club-Präsident Holger Cencarka kurz vor Veranstaltungsbeginn. Doch man wolle sich die gute Laune dadurch nicht verderben lassen, betonte er. „Wir sind zum Feiern hier“, sagte Manuela Schwieger, die durchs Programm führte und laut Cencarka die „gute Seele“ des Clubs ist. „Ohne sie wüssten wir nicht, was wir machen sollen.“ Außerdem bedankte er sich beim Gasthaus und allen anderen Unterstützern.

Der Stimmung im Saal tat der drohende Abschied aber keinen Abbruch. Von Anfang an waren die knapp 100 Gäste dabei. Geboten wurde ihnen ein Abriss aus den vergangenen 20 Jahren Karnevalsprogramm. Dazu gehörten die Schlümpfe, die den Jecken einen Besuch abstatteten. Natürlich fehlten die „Flotten Feger“ auch nicht. Die Männertanzgruppe bot eine grazile Neu-Interpretation des Schwanensees. „Die kessen Sohlen“ bewiesen einmal mehr, dass sie ihr Handwerk verstehen. Und wie die Zeit vergeht, war gerade bei den Kleinen erkennbar. Aus den einstigen „Tanzmäusen“ sind mittlerweile die „Dance Kids“ geworden. Sie brachten mit einem kleinen Boot und Seemanns-Rockliedern maritime Stimmung in den Saal. Wenn auch durch Krankheit dezimiert, heizten die Funken dem Publikum ordentlich ein. Ob es das endgültige Aus für den Dallminer Karneval ist, konnte Holger Cencarka natürlich nicht sagen. „Ich will jetzt nicht im Konfetti lesen“, scherzte er.

Ortsvorsteher Andreas Much hob die Bedeutung des Clubs für das öffentliche Gemeindeleben hervor, bedankte sich bei den Gründern des Clubs, Christine Krüger, Anke Ehmke und Peter Stephan und überreichte im Namen der Ortsbeirats einen Präsentkorb an Holger Cencarka.


Piraten entern den Saal


Matrosen, Piraten, Polizisten, Hippies und viele andere bunt kostümierte Gäste aus Perleberg, Berge, Blüthen und Umgebung feierten ausgelassen am Sonnabend bei der zweiten Karnevalssitzung der Berger Karnevalsgesellschaft (KGB) im „Deutschen Kaiser“ in Perleberg.

In der Kreisstadt sind die Jecken aus Berge und Umgebung das vierte Jahr fest gebucht. „Es ist zwar etwas kleiner hier, aber die Stimmung ist trotzdem gut“, sagte KGB-Vorstandsvorsitzende Nicole Ullmann mit heiserer Stimme. Denn am Freitagabend war die erste Sitzung „und die hat Spuren hinterlassen“. In monatelanger Teamarbeit sorgten die Kappenträger dafür, dass ihr diesjähriges Motto „Die KGB feiert bis ins Morgenrot auf dem Party-Schlagerboot“ bunt, vielfältig und närrisch in Szene gesetzt wurde. „Der Vorschlag kam von den jungen Aktiven“, erzählte Ullmann.

Über alles Tun auf und hinter der Bühne herrschten Prinz Thomas I. (Scherfke) und seine Prinzessin Diana I. (Wollgast). „Es ist sehr anstrengend, weil wir den ganzen Abend unter Beobachtung stehen. Aber man gewöhnt sich daran“, erzählte Diana Wollgast. Aus den Händen von Perlebergs Bürgermeisterin Annett Jura empfingen sie den Rathausschlüssel. Jura bekam im Gegenzug den Prinzenorden verliehen.

Der Saal wurde zum Schiff „MS KGB“ und Zeremonienmeister Dirk Ullmann war der Kapitän. Mit dem Schlachtruf „Berge macht Rabatz“ begaben sich ungefähr 180 Passagiere und rund 70 karnevalistische Crewmitglieder auf eine zweistündige Reise. Spanien, Frankreich, Schweden, England, Griechenland und Russland wurden unter anderem tänzerisch bereist. So traf man in Spanien Flamenco-Tänzerinnen und in Schweden die Popgruppe ABBA. Für die Show auf hoher See sorgten die Garden. So zeigte die Minigarde, wenn Püppchen zum Leben erwachen.

Eine Premiere gab es in dieser Session. Mit Pauline Ullmann hat die KGB ein Funkenmariechen. Die 18-Jährige zeigte nicht nur Gardetanz auf hohem Niveau, sondern versuchte sich auch in der Bütt. „Immer perfekt sein, mit aufgesetztem Lachen. Das kann nicht glücklich machen“, seufzte sie. Nach dem Programm gab es Tanz und Disco. Es wurde bis zum Morgen(rot) gefeiert.

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