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Einwohnerversammlung in Sükow : Parkende Autos gegen Raser

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Einwohnerversammlung: Straßenverkehr macht Sükowern das Leben schwer, es gibt aber zumindest eine praktikable Lösungen

von
erstellt am 23.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Durchs Dorf wird gerast. Der Verbindungsweg nach Quitzow ächzt unter der Last der Brummis, die hier eigentlich nichts zu suchen haben. Und ein Radweg nach Perleberg, seit vielen Jahren gefordert, ist auch nicht in Sicht. Es ist der Verkehr, der den Sükowern zu schaffen macht. Das artikulierten sie auch deutlich auf der Einwohnerversammlung am Dienstagabend.

30 km/h bzw. Schikanen auf der Dorfstraße oder eine optische Verengung der Fahrbahn – darin sehen die Sükower eine Lösung ihres Problems. Denn freiwillig hielten sich die wenigsten an die vorgeschrieben Geschwindigkeit.

Verständnis bei der Stadt, wenn gleich die Bauchschmerzen der Sükower viele andere Orte ebenso haben. Und es gibt kaum Aussicht, dass sich da mittels Schildern und Verboten was ändert. „Denn Straßen werden gebaut, damit der Verkehr fließt. Zudem handelt es sich hier um eine Landesstraße, die regional befahren wird. Die Stadt hat damit nicht das Sagen“, wie Robert Kazmierczak, zuständig für Verkehr bei der Stadt, betonte.

Doch so machtlos, wie es scheint, sind die Einwohner nicht. Stichwort natürliche Hindernisse. „Kein Schild, keine Vorschrift verbietet, entlang der Dorfstraße zu parken. Statt dessen wird das Fahrzeug auf dem Gehweg abgestellt. Was verboten ist. Wir schützen unsere Autos, statt unsere Kinder“, so Kazmierczak.

Im Rahmen des ländlichen Wegebaus entstand die Verbindung nach Quitzow – zugelassen bis 7,5 Tonnen und für landwirtschaftliche Fahrzeuge sowie die der Forst. Genutzt werde die kürzeste Verbindung zur B 5 aber von etlichen Lastern, die dort nicht fahren dürften. „Hier herrscht mehr Verkehr als auf der Straße nach Perleberg“, so Ortsvorsteher Dieter Schulz. Es sei nur eine Frage der Zeit, dass die Schwarzdecke bröckelt, die Bankette ausgefahren sind, schildert der ortsansässige Landwirt Frank Schmidt die Situation. Er habe seine Zulieferer angewiesen, diesen Weg zu meiden, damit er nicht komplett zerfahren werde. Die Stadt ihrerseits will das Gespräch mit Unternehmen der Region suchen, die mit ihrer großen Technik hier fast täglich unterwegs sind.


Radweg – irgendwann, hoffentlich


Seit vielen Jahren kämpfen die Sükower um einen Radweg in die Kreisstadt. „Perleberg können wir schon sehen, doch mit dem Rad dorthin zu gelangen, ist ein gefährliches Unterfangen.“ Ein Grund, warum der Radweg vor Jahren auf der Prioritätenliste des Landes in den vordringlichen Bedarf rückte. Mit der Überarbeitung aber war er auch wieder raus, und wird es vorläufig wohl auch bleiben. Das Land hat andere Prioritäten gesetzt. Da es sich hier um eine Landesstraße handelt, könne die Stadt, selbst wenn sie wollte, nicht einfach einen Radweg bauen“, erläuterte Kazmierczak. Und auch der Vorschlag einer abgespeckten Variante – nicht so breit – ist nicht machbar. Dagegen stehen Vorschriften und auch die Tatsache, dass man einen Radweg nicht für heute baue, die Entwicklung der Technik auch bei Rädern bestimmte Voraussetzungen verlange. Mit einem E-Bike ist man schneller, als mit einem normalen Rad, sprich für ein gefahrloses Überholen wäre ein ein Meter breiter Weg dann zu schmal. Die einzige Möglichkeit: Man muss sich beim Land immer wieder ins Gespräch bringen: „Genau das machen wir seit Jahren und werden es weiterhin tun“, versicherten Bürgermeister Fred Fischer und der Verkehrsexperte der Stadt.

 

 

 

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