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Wittenberger Wahrzeichen : Pappeln werden zu Totholzbuhne

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die beiden an die 100 Jahre alten Pappeln vom Königsdeich werden auch nach ihrem Fällen im Dezember im Zusammenhang mit der Elbe eine Rolle spielen.

Die beiden an die 100 Jahre alten Pappeln vom Königsdeich werden auch nach ihrer Fällung im Dezember im Zusammenhang mit der Elbe noch eine Rolle spielen. Das Stammholz und die kräftigen Astpartien lagern bisher in der Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) in Scharleuk. „Von dort aus wird das Pappelholz per Schute nach Tangermünde gebracht“, sagt Hubert Finke, Leiter im Wittenberger Außenbezirk des WSA. In Tangermünde sollen in der Elbe Totholzbuhnen angelegt werden. Vorreiter in Bezug auf diese Buhnen ist der Wittenberger Außenbezirk. Bei Elbkilometer 451 etwa in Höhe von Schadebeuster schuf das WAS vier dieser Strombauwerke. Anders als herkömmliche Buhnen bestehen sie nicht durchgängig aus Stein, sondern sind mit Holz kombiniert. „Wir haben mit den Totholzbuhnen die großen Felder zwischen den Hauptbuhen unterteilt – die Schifffahrt hatte hier immer wieder Probleme – und gleichzeitig wertvollen ökologische Insel geschaffen“, erklärt Finke den Nutzen. Auf einen ähnlichen Nutzen setzen nun die Tangermünder und bauen das Wittenberger Holz ein.

Derweil denkt das Wasser- und Schifffahrtsamt über einen Ersatz der beiden Bäume auf dem Königsdeich nach. Die Frage ist laut Finke nicht die, ob gepflanzt werden soll, sondern die Frage sei, wie der Ersatz für die Pappeln aussehen soll. Die Gedanken gehen dahin, zwei Ulmen zu pflanzen. „Wir werden uns aber zur Abstimmung auf jeden Fall mit der Stadt und ihren Fachleuten in Verbindung setzen“, sagt Finke.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt hatte die Pappeln Anfang Dezember fällen lassen. „Es gab keinen anderen Weg, obwohl wir wissen, dass Bäume dort auf der Spitze des Königsdeichs Stadtbild prägenden Charakter haben“, betonte Finke gestern. Das Amt hatte die beiden Bäume, an denen Radfahrer und Fußgänger ebenso vorbei kamen wie Angler, von Fachleuten der Bundesfost untersuchen lassen. Das Ergebnis war erschreckend: Nur noch rund zehn Prozent des Stammdurchschnitts seien statisch belastbar gewesen. „Deshalb mussten wir auch umgehend handeln, die Bäume abnehmen lassen.“

Während von der Pappel zum Strom hin so gut wie kein sichtbarer Stubben blieb, ist der knorrige Unterbau des anderen Baums stehen geblieben. „Wir nehmen ihn in den nächsten Tagen mit unseren eigenen Leuten ’raus“, kündigt Finke an.

Wer sich selbst ein Bild davon machen will, wie es um das Innenleben zumindest der einen, auf der Stromseite stehenden Pappel bestellt war, hat dazu gleich zweimal Gelegenheit. Der Inhaber des Kranhauses hat sich eine Baumscheibe gesichert, als dekoratives Erinnerungsstück auf der Terrasse. Eine zweite Baumscheibe findet sich derzeit am Haus des Cafés „Elbe8“.

 

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erstellt am 07.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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