„Pappeln sind tickende Zeitbomben“

Die Schalltomografie zeigt, wie welchem Zustand sich die rund 100 Jahre alte Pappel befindet.  Fotos:  Roland Schneider
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Die Schalltomografie zeigt, wie welchem Zustand sich die rund 100 Jahre alte Pappel befindet. Fotos: Roland Schneider

Wasser- und Schifffahrtsamt muss aus Sicherheitsgründen die beiden Bäume an der Spitze des Königsdeichs fällen

svz.de von
06. Dezember 2013, 00:34 Uhr

„Die beiden mehr als 100 Jahre alten Pappeln auf der Spitze des Königsdeichs werden noch in diesem Jahr gefällt“, kündigt Hubert Finke als Leiter des Außenbezirks im Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg einen Schritt an, der zwar schwer falle, aber unvermeidlich sei. Denn: „Die beiden Bäume sind tickende Zeitbomben. Baumsachverständige empfehlen dringend das Fällen.“

Ende November hat das Wasser- und Schifffahrtsamt die beiden Bäume von einem Fachmann untersuchen lassen, „um Klarheit zu bekommen, wie es um die Pappeln bestellt ist“. Es handelt sich um sehr stattliche Vertreter ihrer Art. Der Stammdurchmesser beträgt an die 2,50 Meter. Das Ergebnis, besonders das der Schalltomografie, war leider sehr eindeutig, so Finke und sein Mitarbeiter Roland Schneider: „Nur zehn Prozent des Stammquerschnittes beider Bäume sind statisch noch belastbar.“ Mit anderen Worten, die Pappeln können – obwohl sie äußerlich gut aussehen und im Sommer voll belaubt waren – sehr plötzlich umstürzen. Nach dem verheerenden Untersuchungsergebnis hat der Außenbezirk sehr schnell gehandelt. „Am 2. Dezember haben wir beim Landkreis den Antrag zum Fällen gestellt.“ Mittlerweile liegt die Genehmigung vor. Anders als üblich, werden die beiden Bäume auch nicht erst eingekürzt bzw. ausgeästet, bevor sie fallen. Ihr Zustand sei so kritisch, dass sich niemand mehr ins oder ans Geäst begibt, wenn es nicht unbeding nötig sei, sagt Finke. Dem Wasser- und Schifffahrtsamt sei es sehr wichtig, dass die Pappeln so schnell wie möglich ’runter kommen: „Denn wir gestatten, dass Fußgänger und Radfahrer auf unserem Königsdeich unterwegs sind, Angler stehen dort auf der Spitze.

Die Nutzer auf dem Königsdeich waren auch der Grund für das Wasser- und Schifffahrtsamt, seine Bäume an exponierter Stelle überhaupt untersuchen zu lassen. „Dazu sind wir verpflichtet worden.“

Die beiden Pappeln auf der Deichspitze gehören zu jenen Bäumen in Wittenberge, die – wie die Fachleute sagen – Stadtbild prägend sind. „Deshalb lassen wir gegenwärtig eine Ersatzpflanzung etwa an gleicher Stelle fachlich prüfen“, sagt Finke. Roland Schneider fügt an, dass es sich um zwei Rüstern (Ulmen) handeln könnte. Sie würden als Vertreter der Hartholzaue dem Anspruch an dieser Stelle gerecht werden. Aber das sei erst einmal nur ein Vorschlag.


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