zur Navigation springen
Der Prignitzer

18. November 2017 | 15:19 Uhr

Kreistag : Papierlose Zeiten eingeläutet

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kreistag setzt auf Digitalisierung und schafft flächendeckend bis 2017 Tablet-PCs für die Abgeordneten an

Papierberge sollen im Prignitzer Kreistag in Zukunft der Geschichte angehören. Sämtliche Anträge, Beschlussvorlagen und andere wichtige Unterlagen soll es demnächst nur noch in digitaler Form geben. Hierdurch erwartet der Kreistag nicht unerhebliche Einspareffekte. So sollen pro Jahr 20 000 bedruckte Papierseiten wegfallen sowie Portokosten in Höhe von 1200 Euro eingespart werden. Bislang musste in Vorbereitung jeder Ausschuss- und Parlamentssitzung ein ganzer Papierwust ausgedruckt und an jeden einzelnen Abgeordneten verschickt werden.

Anfang kommenden Jahres startet die heiße Testphase und der digitale Fortschritt macht auch vor der Prignitz keinen Halt.

Bereits 2012 hat sich der Kreis ein neues Informationssystem (SessionNet) spendiert. Seitdem finden interessierte Bürger alles Wissenswerte über den Kreis sauber aufbereitet im Internet. Kreistagsabgeordnete hatten zudem die Möglichkeit, sich über einen separaten Login-Bereich wichtige Unterlagen aus der Verwaltung zu besorgen.

Jetzt geht der Kreistag einen Schritt weiter, will das statische Infoangebot mobil machen und in die digitale Gremienarbeit einsteigen. Knapp 40 000 Euro lässt sich der Kreis dieses Engagement kosten. Alle Abgeordneten und wichtige Entscheidungsträger der Verwaltung sollen in naher Zukunft mit Tablet-PCs ausgestattet werden.

Die ersten zehn Geräte sollen ab Januar in einem ersten Feldversuch ausgegeben werden, so dass jede Fraktion mindestens über ein Apple iPad verfügt.

Ab April soll diese Gruppe auf insgesamt 20 Personen erweitert werden. 2017 sollen dann alle 46 Abgeordneten und weitere Verwaltungsmitarbeiter ausgerüstet sein.

Softwaretechnisch ist der Kreis bereits vorbereitet. Eine eigene App steht bereit. Diese müsste auf den Tablets nur in Betrieb genommen werden und alle wichtigen Infos aus „SessionNet“ würden gebündelt. Die Abgeordneten müssten dann vor den jeweiligen Sitzungen nur noch online gehen und in der App auf „Aktualisieren“ klicken, hieß es. Automatisch lädt das System alle Dokumente herunter, so dass sie dann ohne Internetverbindung abrufbar seien.

„Das wird ein ganz schöner Lernprozess“, räumte Kreistagschef Rainer Pickert ein. Er sei mit 66 Jahren ja nicht mehr so taufrisch. Da er auch über kein Smartphone verfüge, werde er Neuland betreten. „Mit ein wenig Übung werde ich das schon hinbekommen.“

Erste Erfahrungen habe er in der Perleberger Stadtverordnetenversammlung schon machen können. „Hier werden die Unterlagen auf USB-Sticks verteilt.“ Da aber nicht jeder einen Laptop dabei habe, sei die Tablet-Lösung die elegantere Variante.

Mitte März 2016 will sich der Kreistag abschließend mit der digitalen Gremienarbeit beschäftigen und einen rechtswirksamen Beschluss herbeiführen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen