Wittenberge : Pächter für WC und Kiosk am Stern

Siegfried von Kiedrowski gestern im neu eröffneten Kiosk am Busbahnhof.
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Siegfried von Kiedrowski gestern im neu eröffneten Kiosk am Busbahnhof.

Mit der Vergaben der Anlage ist die öffentliche Toilette dort endlich wieder zugänglich.

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22. November 2014, 08:00 Uhr

Wer den Kiosk am Busbahnhof betreibt, muss sich auch um die in das Häuschen integrierte Toilette kümmern. Lange hat der Stadtbetriebshof nach einem Pächter gesucht. „Jetzt hat es geklappt“, sagt Betriebshofchef Andreas Grieswald. Seit Montag ist der Kiosk wieder geöffnet. Das stille Örtchen ist damit wieder nutzbar. Es ist eine von drei öffentlichen WC-Anlagen, die die Kommune in Verantwortung des Stadtbetriebshofes in der Innenstadt unterhält.

„Busfahrer haben uns schon angesprochen, gesagt, dass sie froh sind.“ Gleiches hätten auch schon ältere Damen gesagt, als sie auf den Bus warteten, erzählt Siegfried von Kiedrowski. Seine Frau Karina ist die neue Pächterin der Anlage. Der Stern bzw. Busbahnhof gilt als schwieriger Standort. Die Vormieterin hatte aufgegeben, auch, weil an Kiosk und WC-Anlage immer wieder randaliert wurde. „Wir sind sogar schon gefragt worden, ob wir denn überhaupt eine Chance hätte. Ja, die haben wir“, sind von Kiedrowskis überzeugt. Denn am Stern ist allein wegen der ankommenden und wegfahrenden Busse recht viel los.

Angesichts der Einbrüche und der Einbruchsversuche in der Vergangenheit, baut die neue Pächterin aber vor. Bier und Zigaretten könnten Diebe anlocken. „Diese Dinge gibt es bei uns im Kiosk nicht, ansonsten das ganze klassische Angebot.“

Die Betriebshof ist froh über den Neustart und geht von einer langfristigen Lösung aus. Der Kioskinhaber als Betreiber der Toilette garantiert, dass das öffentliche WC montags bis freitags zwischen 8 und 16 Uhr benutzt werden kann. Er kann über die WC-Einnahmen verfügen, muss dafür aber für das Auf- und Abschließen morgens und abends sorgen, ist für die Sauberkeit verantwortlich, hat für Handwaschmittel zu sorgen.

Auch beim Bahnhof steht eine sogenannte WC-Anlage mit Kiosk, auch sie gehört dem Stadtbetriebshof. In die Toilette dort hat der Stadtbetriebshof, trotz knapper Kassen, 2012 einen fünfstelligen Betrag investiert. Das Öffnen und Schließen zu bestimmten Zeiten funktioniere jetzt automatisch und damit unabhängig von der Kiosköffnungszeiten. Auch das Einlasssystem und Reinigungsfunktionen im Innern wurden modernisiert. Der Grund für die Investition: Die Bahn selbst hält, obwohl mehrfach kritisiert, für ihre Reisenden kein stilles Örtchen vor. Der Betriebshof springt mit seinem Stadt-WC für das Unternehmen in die Bresche.


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