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Suche nach einem Konzept für Wittenberger Quartier : Packhof zwischen gestern und morgen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadt und Planer wollen wissen, welche Vorstellungen, Ideen und Wünsche die Einwohner haben und laden zu Gesprächsrunden

von
erstellt am 12.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Was soll, was kann aus dem Packhofviertel werden?

Das wird nicht irgendwo im Rathaus oder in einem Planungsbüro entschieden. „Wir wollen hören, was Bewohner dazu zu sagen, welche Ideen, Vorstellungen und Wünsche sie haben, was sie selbst tun können und ob sie es wirklich wollen.“ Diese Worte von Saskia Hebert und Sarah Bäcker vom Büro subsolar * architektur und stadtforschung umreißen ein ganzes Programm. Das Berliner Büro ist, wie auch das Büro Station C23 Landschaftsarchitekten aus Leipzig, im Auftrag und gemeinsam mit dem Stadtbauamt mit dem Packhofviertel befasst. Ein Projekt, das in einen städtebaulichen Rahmenplan für das Gebiet mündet soll, sagt Bauamtsleiter Martin Hahn.

Das Packhofviertel hat viele Gesichter, das macht es interessant und kompliziert zugleich, sagen Hahn und die beiden Stadtplanerinnen. Da ist die Nähe zu Elbe und Stepenitz. Durch eine gute Lage zeichnen sich heute Wohngebiete und Bauplätze mehr denn je aus. Längst der Packhofstraße sind durch den Abriss der großen Mehrfamilienhäuser Flächen in solch guter Lage für individuellen Hausbau entstanden.

Ein anderes Gesicht zeigt das Viertel dort, wo (noch) ruinöse Bauten und Brachflächen sich abwechseln, die Straßenverhältnisse – wie in der Bäckerstraße – oder der öffentliche Raum – ein Beispiel ist der Karlplatz – zu wünschen übrig lassen.

Das Packhofviertel hat aber auch noch aus einem anderen Blickwinkel zwei Gesichter, die es besonders machen. Saskia Hebert und Sarah Bäcker erklären: Das Viertel ist Wohnort und damit das Zuhause von rund 1000 Wittenbergern, und es sei zugleich ein städtebauliches Scharnier. Soll heißen, es ist das steingewordene Bindeglied zwischen der Innenstadt und der Wasserkante. „Es ist unser erklärtes Ziel – nachzulesen ja auch im Integrierten Stadtentwicklungskonzept – die Innenstadt Richtung Fluss noch besser anzubinden, die Elbe erlebbarer zu machen. Das Packhofviertel ist die Brücke zum Wasser“, sagt Hahn. Damit ist das Wohnquartier zugleich ein wichtiger öffentlicher Raum.

Wie aber alles unter einen Hut bekommen?

„Was geht und wie es gehen könnte, wollen wir in den nächsten Wochen mit Bewohnern besprechen“, kündigen Saskia Hebert und Sarah Bäcker an. Und sie sagen unisono: „Wir können den Leuten kein Geld versprechen für Maßnahmen, aber Macht, nämlich in dem Sinne, dass sie sich bei der Entwicklung des Viertels einbringen können.“ Die Planerinnen setzen auf Macht im Sinne von Mitmachen, „ganz einfach, weil wir davon ausgehen, dass Menschen Lust haben, in ihrem Wohnumfeld etwas zu verändern, damit sie sich wohler fühlen“.

Und wie kommen Bauamt, Stadtplaner und Packhof-Bewohner zueinander?

„Wir planen eine Reihe von kleinen intensiven Runden mit Bewohnern aus den verschiedenen Bereichen, sogenannte Viertel-Runden“, erklärt Hebert. Drei, vier, vielleicht fünf Leute und die Planer werden sich treffen, sich bestimmte Bereiche oder Ecken vornehmen, über die sie reden, sich Gedanken machen, Konzepte entwerfen. „Und wir laden Interessierte sehr herzlich ein, sich an unseren Viertel-Runden zu beteiligen“, sagen Hebert, Bäcker und der Bauamtsleiter. Dazu bitte umgehend per Mail unter viertelrunde@subsolar.net melden.

Die Ideenfindung soll in einer großen Einwohnerversammlung für den Packhof münden. Der Termin Ende November wird sehr rechtzeitig bekannt gegeben, versprechen die Akteure. Der Austausch in jenem Viertel-Kreis bilde dann eine wichtige Grundlage für den städtebaulichen Rahmenplan.

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