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20 Jahre Oberstufenzentrum : OSZ steht auf sicheren Beinen

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Das Oberstufenzentrum feiert heute sein 20-jähriges Bestehen und hat eine gute Perspektive, dennoch sind zwei Ausbildungsgänge gefährdet

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erstellt am 25.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Heute feiert das Oberstufenzentrum Prignitz (OSZ) sein 20-jähriges Bestehen. Über die Besonderheiten dieser Schule, ihre Zukunftsaussichten und über gefährdete Ausbildungsgänge sprach Redakteur Hanno Taufenbach mit Schulleiter Jan Meyerhoff.

Herr Meyerhoff, seit zwei Jahren sind Sie am OSZ, seit einem Jahr Schulleiter. Was ist das Besondere an dieser Schule, die mit 20 Jahren bei weitem nicht zu den ältesten im Kreis gehört?

Jan Meyerhoff: Ich bin stolz, dass es die Schule in ihrer Form noch gibt, dass wir Berufsvorbereitung, Berufsausbildung, und diese teilweise dual, sowie den Weg zum Abitur anbieten. Und auch wenn das OSZ erst 20 Jahre alt wird, können wir von einer fast 100-jährigen Ausbildungsstätte sprechen. Das Nähmaschinenwerk bildete hier ab 1921 Lehrlinge aus.

Vor welche Herausforderungen stellen so unterschiedliche Ausbildungswege Sie und Ihre Kollegen?

Jan Meyerhoff: Einige Schüler sind 15 Jahre alt, andere sind 35 Jahre. Kollegen unterrichten in der Abiturstufe und im Anschluss in der Berufsvorbereitung. Das ist eine Herausforderung für die Kollegen.

Und für Sie als Schulleiter?

Für mich alleine wäre die Leitung einer so komplexen Schule nur schwer möglich. Neben meiner Stellvertreterin gibt es bei uns Abteilungsleiter.

Die demographische Entwicklung macht vor dem OSZ nicht Halt.

Wie haben sich die Schülerzahlen in diesen zwei Jahrzehnten entwickelt?

Aktuell haben wir etwa 1420 Schüler an unseren Standorten Wittenberge und Pritzwalk. Es waren mal mehr als 3000. Die Zahl der Lehrkräfte sank unter 100 auf jetzt 85 Mitarbeiter. Aber all das beobachten wir auch an den anderen der insgesamt 25 OSZ-Standorte in Brandenburg, und selbst in den alten Bundesländern sinkt die Zahl der Schüler an vergleichbaren Schulen.

Welche Ihrer Ausbildungen ist besonders gefragt?

Die Erzieherausbildung, was gewiss dem allgemeinen Trend in die Pflege- und Gesundheitsberufe geschuldet ist.

Zeitweilig war die Abiturausbildung am OSZ bedroht. Wie sieht es in diesem Bereich aus?

Der hat sich stabilisiert, wir haben eine gesunde Struktur, aktuell etwa 65 Schüler. Die Tendenz ist sogar leicht steigend. Wir spüren den Run aufs Abitur, aber dafür bleibt leider die Berufsausbildung auf der Strecke.

Im Frühjahr gab es am OSZ ein Krisengespräch mit Vertretern der Wirtschaft, weil drei Ausbildungsgänge akut bedroht sind. Wie ist die aktuelle Situation?

Zumindest beim Kaufmann für Büromanagement hat sie sich entspannt. Wir haben im laufenden Schuljahr 16 Schüler, das ist die Mindestzahl, der Richtwert liegt bei 25.

Anders sieht es beim Industriemechaniker und beim KfZ-Mechatroniker aus. Das zweite Jahr in Folge haben wir es nicht geschafft, in diesen Klassen mindestens 16 Schüler zu haben.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Sollten wir es 2015/16 erneut nicht schaffen, sind diese zwei Ausbildungen ernsthaft bedroht, müssen wir davon ausgehen, dass sie künftig an unserer Schule nicht mehr stattfinden.

Hätte das Auswirkungen auf den Fortbestand des OSZ?

Nein, ganz gewiss nicht. Die Gesamtschülerzahl stagniert. Andere Ausbildungsgänge werden stärker frequentiert. Das hat auch etwas mit wechselnden Anforderungen der Betriebe zu tun und ist nur bedingt steuerbar.

Wie werben Sie für das OSZ um Schüler?

Wir veranstalten einen Tag der offenen Tür, sind auf Ausbildungsmessen im Kreis und in Ostprignitz-Ruppin vertreten, nehmen an Elternversammlungen in der Ober- und teilweise an den Grundschulen teil.

Sind künftig noch andere Aktivitäten geplant?

Ja, wir möchten die an der dualen Ausbildung beteiligten Betriebe stärker mit einbinden.

Danke für das Gespräch.

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