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Der Prignitzer

25. November 2017 | 05:17 Uhr

Raser : Ortseingangsschild kontra Raser

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Groß Buchholzer wollen Bürgerinitiative bilden, wenn ihre Probleme nicht gehört werden

svz.de von
erstellt am 01.Dez.2015 | 18:22 Uhr

Freie Fahrt für freie Bürger, und die treten tüchtig das Gaspedal durch. Die Groß Buchholzer können ein Lied davon singen, schließlich verläuft eine Landesstraße durch ihr Dorf. Das sah der Landesbetrieb für Straßenwesen offensichtlich anders und so wurden vor etlichen Jahren die Ortsschilder entfernt. Und stattdessen wurde eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h verordnet. „Doch daran hält sich niemand“, wie Rainer Polzin auf der Einwohnerversammlung noch einmal betonte. Und auch für Joachim Jahrow grenzt es immer wieder an ein Wunder, dass es hier noch nicht zu einem folgenschweren Unfall gekommen sei. Denn die Schulkinder aus dem Dorf müssen zum Bus quer über die viel befahrene Straße. Und das sind nicht wenige, wie er sagt, denn Groß Buchholz ist ein Dorf mit vielen jungen Leuten.

Nicht nur, dass auf der Straße im Bereich des Dorfes eine Vielzahl der Kraftfahrer bedeutend zu schnell unterwegs ist, es werde auch ohne Rücksicht auf Verluste überholt. Im Bereich der Bushaltestelle ein besonders gefährliches Unterfangen, so Joachim Jahrow, der zugleich auch Ortswehrführer ist.

Dass das Gefühl die Groß Buchholzer nicht täuscht, belegt die Zählung der Fahrzeuge und Erfassung von deren Geschwindigkeit. Für eine Woche, konkret vom 8. bis 15. September, hatte die Stadt ihr Statistikgerät an der Landesstraße installiert, erläutert Robert Kazmierczak, zuständig für alle Fragen des Verkehrs in der Stadt. Das höchste Tagesaufkommen wurde am 10. September gezählt. Innerhalb von 24 Stunden waren hier 2845 Fahrzeuge unterwegs. Die Durchschnittsgeschwindigkeit, die in der Woche gemessen wurde, lag bei rund 75 km/h.

Wie der Raserei nun Einhalt gebieten? Das ist die Gretchenfrage. Auf eine Antwort drängen die Groß Buchholzer und haben bereits ins Auge gefasst, „notfalls eine Bürgerinitiative zu gründen, um unserer Forderung Nachdruck zu verleihen“, wie Rainer Polzin sagt.

In der Stadt hat das Dorf einen Partner. Beim Landkreis wolle man beantragen, dass ab Abzweig Quitzow bis Dorfende wieder als Ortslage ausgewiesen wird. Vor allem auch mit Blick auf den Schülerverkehr. Das hieße dann: 50 km/h sind hier erlaubt. Ein entsprechender Antrag wird umgehend auf den Weg gebracht, versichert Robert Kazmierczak. Sollte jener nicht von Erfolg gekrönt sein, so setze man sich für ein Überholverbot in diesem Bereich ein.

Das Schild „Kinder“, das es bereits beidseitig in Höhe der Bushaltestellen gibt, soll mit einem Zusatz zeitlich modifiziert werden, „so dass die Autofahrer wissen, dass sie dann besonders aufmerksam sein sollten“, erläutert Robert Kazmierczak die Maßnahme. Seitens des Stadtbetriebshofes werde zudem überprüft, ob die bisherige Ausleuchtung der Bushaltestellen genügt oder man für zusätzliches Licht sorgen müsse. Denn kritisiert wurde auf der Einwohnerversammlung auch, dass die Kinder in der tristen Jahreszeit hier auch im Dunkeln stehen.  

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