Opel in Stepenitz gesetzt und Polizei schaut weg, oder?

svz.de von
08. Januar 2013, 05:42 Uhr

Perleberg | "Gleiches Recht für alle, oder sind einige gleicher?" Mit dieser Frage wandte sich ein Perleberger (Name der Redaktion bekannt) an den "Prignitzer". Was war passiert?

In der Silvesternacht hatte sich ein 19-Jähriger mit seinem Opel auf dem Weg zwischen dem ehemaligen Telekom-Gebäude Richtung Neue Mühle festgefahren. Die Rede war gar davon, dass die Fahrt in der Stepenitz endete. Da der Pkw keine Kennzeichen hatte und vom Fahrer jede Spur fehlte, musste über die Fahrzeugnummer der Besitzer ausfindig gemacht werden. Und so stand die Polizei am nächsten Tag bei jenem vor der Tür und erfuhr, dass der Opel inzwischen längst einen neuen Halter hat.

So weit so gut - "eben nicht", sagt unser Leser, denn augenscheinlich war die Sache damit abgetan. Wurde hier ganz bewusst etwas unter den Teppich gekehrt. Denn besagter 19-Jähriger soll bereits mehrfach ohne Kennzeichen unterwegs gewesen und in Polizeikontrollen geraten sein. Auch hier scheint alles im Sande zu verlaufen, mutmaßt der Anrufer.

Der "Prignitzer" wandte sich mit diesem Sachverhalt an die Polizeidirektion Nord. Polizeisprecher Toralf Reinhardt bestätigte, dass "es einen derartigen Sachverhalt tatsächlich gegeben hat, allerdings mit offensichtlich doch einigen wichtigen Unterschieden". Denn das Kommissariat ZENTRAB der Polizeidirektion Nord führe im Auftrag der Staatsanwaltschaft Neuruppin ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz gegen einen 19-jährigen Perleberger.

Nach gegenwärtigem Kenntnisstand, so der Polizeisprecher, soll sich ein Pkw Opel am Neujahrsmorgen neben einem Radweg unweit der Stepenitz festgefahren haben. Dies sei gegen 10.30 Uhr festgestellt worden. Tatsächlich wurde dann über die Fahrzeugidentifizierungsnummer zunächst der frühere Halter ermittelt und aufgesucht. Über den Kaufvertrag konnte jener dann die Personalien des neuen Halters angeben.

Gegen diesen 19-Jährigen wurde daraufhin besagtes Ermittlungsverfahren eingeleitet, da der Pkw offensichtlich nicht versichert war, jedoch im öffentlichen Raum geführt wurde.

Beabsichtigt sei hier zudem eine Zusammenführung mit einem zweiten Verfahren vom 13. Dezember. Damals soll der junge Mann ebenfalls diesen Pkw Opel ohne Versicherung gefahren haben.

Zunächst sei am 1. Januar noch geprüft worden, ob auch Ermittlungen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet werden. Das erfolgte nach Prüfung jedoch nicht. Auch Hinweise auf eine Trunkenheitsfahrt oder ähnliches lagen nicht vor.

Die Ermittlungen zum Hauptverfahren dauern derzeit an; Hinweise auf eine Erledigung, wie von unserem Leser gemutmaßt, gebe es nicht.

"Eine Einstellung des Verfahrens kann aus Gründen der Rechtssicherheit im Übrigen auch nur durch die Staatsanwaltschaft erfolgen und nicht durch die Polizei. Somit sind hier durchaus alle Bürger vor dem Gesetz gleich", unterstreicht der Polizeisprecher.

Und er ergänzt, dass der 19-Jährige auch bereits wegen anderer Delikte bei der Polizei bzw. der Staatsanwaltschaft bekannt sei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen