Bilbiotheken : Online zum neuen Lesestoff

Der Internetauftritt der Onleihe. Repro: Bibliothek
Der Internetauftritt der Onleihe. Repro: Bibliothek

Ausleihe per Internet wird in den Prignitzer Bibliotheken immer stärker angenommen / Verfügbarkeitsprobleme inzwischen behoben

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21. August 2015, 08:00 Uhr

Seit fast drei Monaten bieten die fünf großen Prignitzer Bibliotheken die Onleihe an, mit der Leser im Internet Medien digital ausleihen können. Seit dem Startschuss am 3. Juni sind die Leser aber noch zurückhaltend. Für den Monat Juli weist die Statistik 122 Entleihungen von 50 Lesern aus. Das Angebot jedoch ist viel größer.

„Rund 3000 Medien bieten wir gemeinsam an“, sagt Susanne Benesch, Leiterin der Stadtbibliothek Wittenberge. Darunter sind vorwiegend Bücher, aber auch Musik, Videos, Audiodateien und Zeitschriften wie „Die Freundin“, „Der Spiegel“ und für die jungen Leser „Die kunterbunte Kinderzeitung“.

Bei den Büchern findet sich eine erste Auswahl an Belletristik (1635), aber auch Kinder- (384) und Jugendbücher (371) sind schon in der Anfangsphase gut aufgestellt. Allein dieser Erstbestand habe 30  000 Euro gekostet. Ermöglicht habe den Start vor allem die Dr. Wolfgang Neubert Stiftung mit ihrer sehr großzügigen Spende, so Benesch. Das Startkapital kam aber auch von den beteiligten Städten und weiteren Sponsoren.

„Mit einem Jahresbudget von zunächst 5000 Euro planen wir den beständigen Ausbau des Angebots“, sagt Benesch. Alle ein bis zwei Monate werden neue Medien bestellt. Was auf die Einkaufsliste kommt, entscheiden die Bibliotheken selbst. Eine Orientierung geben aber auch die Leser: „Was häufig ausgeliehen und nachgefragt wird, sollte in das Onleihe-Angebot.“

Genau wie beim gedruckten Buch oder der DVD kann derzeit jedes Medium nur einmal ausgeliehen werden. Das sei eine Frage der Lizenzen. Die Leihfrist beträgt drei Wochen, ist also kürzer als beim Buch. Jeder Leser darf zeitgleich maximal fünf Medien pro Bibliothek ausleihen, in denen er Mitglied ist. Am Ende der Frist ist die ausgeliehene Datei auf dem privaten Rechner nicht mehr lesbar. Eine vorfristige Rückgabe ist derzeit noch nicht möglich, sei aber geplant.

Wer die Onleihe nutzt, wissen die Bibliotheken nicht verbindlich, „aber es ist nicht nur die jüngere Generation“, so Benesch. Gerade ältere Leser kommen verstärkt und wollen wissen, wie die Onleihe genau funktioniert. „Oft haben sie einen E-Book-Reader geschenkt bekommen und wollen diesen nun nutzen.“

Fragen beantworten die Mitarbeiter der Bibliotheken gerne, Hinweise und Erklärungen finden sich aber auch auf der Homepage. Eine Zusammenfassung bietet auch unser Infokasten.

In der Anfangsphase habe es mehrfach technische Schwierigkeiten gegeben, unter anderem war der Server nicht erreichbar. Diese Probleme seien bekannt und dem Portal Divibib mitgeteilt worden. Die Divibib GmbH, Wiesbaden ist nach eigenen Angaben die führende digitale Ausleihplattform für Bibliotheken in Deutschland.

Tatsächlich räumt der Bibliotheksausstatter ekz, zu dem Divibib gehört, Probleme ein. „Speziell im Juli gab es eine außergewöhnliche Störung, die allerdings nichts mit dem Onleihe System in Verbindung stand, sondern durch die Änderung des digitalen Rechtemanagements durch Microsoft“, sagt ekz-Geschäftsführer Dr. Jörg Meyer. „In diesem Zusammenhang waren temporär einige Audios nicht verfügbar. Die Systeme laufen – soweit mein Kenntnisstand – insgesamt sehr stabil. Die Verfügbarkeit wird von uns stets kontrolliert und den Bibliotheken gemeldet. Wir halten ein Niveau von mehr als 98 Prozent.“

Wer lieber wie bisher sein Buch in den Händen halten möchte, muss keine Sorge habe. Die Onleihe sei nur eine Ergänzung, eine Reaktion auf veränderte Lesegewohnheiten und der Versuch, neue Leser zu gewinnen. „In unserer Bibliothek haben wir einen Bestand von 29 000 Medien, die ausgeliehen werden können“, sagt Susanne Benesch und lädt zum Stöbern ein.

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