Ohne Klo, Spielplatz und Internet

Mitten im Dorf steht das Gerätehaus der Wehr.
Mitten im Dorf steht das Gerätehaus der Wehr.

Groß Buchholz: Einwohner erwarten von Stadtverwaltung Lösungsangebote, erste gibt es möglicherweise

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04. November 2014, 10:51 Uhr

Es sind die kleinen Dinge, die den Groß Buchholzern auf der Seele brennen. Das Gerätehaus hat kein Klo, im Dorf gibt es keinen Kinderspielplatz, das Sportlerheim benötigt einen Internetzugang, der Schwarze Weg wird von Lasterfahrern immer wieder mit jenem in Perleberg verwechselt. Und auch mal Geschwindigkeitskontrollen zu unpopulären Zeiten, sprich nach 17 Uhr, in Höhe der Bushaltestellen sind überfällig.

Einiges lasse sich relativ unkompliziert in die Reihe bringen, wie Bürgermeister Fred Fischer auf der Einwohnerversammlung am Montagabend sinngemäß sagte. Anderes bedarf einer Prüfung. Betreffs der Raser, die das Ortseingangsschild und damit die gebotenen 50 km/h ignorieren, wolle man mit der Polizei sprechen. „Der Verkehr soll ungehindert fließen. Schließlich ist das eine Straße, damit leben wir. Doch jeder sollte sich an die gebotene Geschwindigkeit halten“, betonte Ortsvorsteher Reinhard Polzin. Joachim Jahrow mahnte in diesem Zusammenhang auch ein durchgehendes Überholverbot in der Ortschaft an.

Hinsichtlich Kinderspielplatz sei die Sache notiert, versichert der Bürgermeister, und wir als „Prignitzer“ bleiben dran.

Den Irrfahrten in den Schwarzen Weg von Groß Buchholz könnte ein simples Hinweisschild am Abzweig Quitzow vielleicht schon Einhalt gebieten, schlägt der Ortsvorsteher vor. Unabhängig davon sollte man aber eine generelle Lösung anstreben, so Fischer mit Verweis auf die Navigationssysteme. Was da möglich sein, dazu wolle man sich schlau machen.


Tal der Ahnungslosen


Gleiches auch hinsichtlich des benötigten Internetzugangs fürs Sportlerheim. Seit August müssen alle Spielergebnisse samt Torschützen online ins Datensystem DFB-net gestellt werden. Eine Forderung, die einher geht mit der „Fußballgebietsreform“, sprich dem Zusammenschluss der Fußballkreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin. Derzeit liegt das Vereinsheim im Tal der Ahnungslosen, wie die Groß Buchholzer sagen, man habe absolut keinen Empfang.

Problematischer stellt sich offenbar die Sache mit dem Klo für die Feuerwehr dar. Elf aktive Kameraden hat die Wehr und bis dato so zwischen 20 und 25 Einsätze, listet Ortswehrführer Jahrow auf. Dazu noch die Jugendwehr mit neun Nachwuchsblauröcken. Wenn da mal einer aufs Örtchen müsse, bliebe nur Mutter Natur. Ein Umstand, der alles andere als befriedigend sein.

„Verständlich“, räumt Uwe Schleich, zuständig für Feuerwehren bei der Stadt, ein, auch wenn Groß Buchholz nicht die einzige Wehr mit diesem Problem ist und mitten im Dorf das Gerätehaus stehe. „Wenn wir neu gebaut, saniert oder umgebaut haben, dann wurde und wird ein Sanitärtrakt natürlich mitgeplant.“ In den Bestand sei das aus Platzgründen zumeist schwer möglich. „In Groß Buchholz spielen da noch andere bauliche Parameter, wie die Statik, eine Rolle.“ Einfach anbauen, sei nicht so ohne weiteres möglich. Planung, Bauleitverfahren samt Erschließung hinsichtlich Wasser- und Abwasser, ohne all das geht es nicht. Bei nur einer Frau in der Wehr müssen schon zwei Toiletten vorgehalten werden, dazu natürlich Waschbecken. Und schon bewege man sich finanziell in Größenordnungen von gut und gerne 10 000 Euro. Da stelle sich die Frage, ob ein Neubau dann nicht wirtschaftlich günstiger komme.

Für einen solchen fehle aber das Geld. „In Perleberg bauen wir seit 20 Jahren an der Wache und sind immer noch nicht fertig. Für diese Stützpunktwehr müssen 23 Parkplätze vorgehalten werden, fordert der Versicherer. Neun haben wir. Die Kleiderkammer hat noch den Charme einer alten Wohnstube, die sie einst auch war. Dazu kommen die neuen technischen Anforderungen zur Gefahrenabwehr im Zusammenhang mit dem Autobahnbau und der Erschließung neuer Gewerbegebiete“, so Schleich. Dennoch, als schnelle und machbare Lösung könnte man den Groß Buchholzer Kameraden zumindest über die frostfreie Jahreszeit ein Dixi anbieten. Für die Ausbildung des Nachwuchses könnte man möglicherweise auch das Vereinsheim nutzen, dort gebe es Toiletten.


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