Prignitzer Suchthilfe-Verein in der Klemme : Ohne Ehrenamtler kein Café Clean

cafe clean

Nach 20 Jahren schließt die Suchthilfe diese Einrichtung in der Wahrenberger Straße am 19. Dezember und hofft auf einen Neustart.

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03. Dezember 2014, 08:00 Uhr

Die Suchthilfe bittet um Unterstützung. „Wir suchen motivierte Bürger, die als Ehrenamtler künftig das Café Clean in der Wahrenberger Straße tageweise betreuen“, sagt Bettina Steinke-Schmidt, Geschäftsführerin des Prignitzer Suchthilfevereins.

Der Grund für dieses Hilfeersuchen: Die Suchthilfe kann das Café in der bisherigen Form nicht weiterführen. Steinke-Schmidt erklärt: „Im Dezember laufen die geförderten Maßnahmen der drei Bürgerarbeiterinnen aus. Die vom Jobcenter geförderten MAE-Maßnahmen wurden im Laufe der Jahre von acht auf zwei Stellen reduziert.“ Diese geförderte Arbeit war aber die Basis für die Suchthilfe, nachmittags das Café als Begegnungsstätte und damit auch Einrichtung für die Öffentlichkeit zu führen. Das funktioniert nun nicht mehr. Die Geschäftsführerin sagt klipp und klar: „Für andere geförderte Beschäftigungsmaßnahmen kann die Suchthilfe Prignitz die Eigenmittel nicht aufbringen.“

In der Konsequenz bedeutet das: Das Café wird nach zwei Jahrzehnten – erst einmal – geschlossen. Am 19. Dezember wird es das letzte Mal geöffnet sein. Es soll ein besonderer Nachmittag werden. „Wir schenken kostenlos warme Getränke aus und bedanken uns so bei unseren treuen Gästen.“ Ein Dankeschön sagt Steinke-Schmidt auch engagierten Mitarbeitern, die über Jahre das Café „zu einem so beliebten Treff gemacht haben“.


Der 19. Dezember soll nicht das Ende sein


Aber: Der 19. Dezember soll nicht das endgültige Ende sein. Im neuen Jahr will die Suchthilfe den Neustart mit Ehrenamtlern wagen. Dass das nicht mit den Öffnungszeiten wie bisher machbar ist, sei klar. Aber ganz verzichten will der Verein auch nicht auf die Einrichtung, denn das würde unter anderem auch bedeuten, dass die Räumlichkeit in den Nachmittagsstunden leer steht. „Das ist nicht unser Anliegen als sozialer Verein“, sagt Steinke-Schmidt. Wissen muss man dazu, dass in den Vormittagsstunden die Tagesstätte der Suchthilfe den ansprechenden Raum für ihre Aktivitäten einschließlich des Mittagessens nutzt.

„Am 14. Januar möchten wir das Café Clean neu eröffnen“, sagt die Geschäftsführerin. Bis dahin sollen ehrenamtlich Engagierte gefunden sein. „Wir möchten den Treff künftig mittwochs von 15 bis 19 Uhr sowie donnerstags und freitags von 14 bis 17 Uhr öffnen.“ Die Suchthilfe verspricht den Ehrenamtlern: „Unsere künftigen Mitarbeiter werden auf ihre Aufgaben vorbereitet und erhalten eine regelmäßige Anleitung. Für ihren Einsatz erhalten die Mitarbeiter im Ehrenamt eine pauschale Aufwandsentschädigung und sind während ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit haftpflicht- und unfallversichert.“

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