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Der Prignitzer

25. November 2017 | 01:26 Uhr

Ohne Auto geht am Sonntag nichts

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erstellt am 20.Feb.2013 | 06:48 Uhr

Meyenburg | Wer von Meyenburg aus am Wochenende mit öffentlichen Verkehrsmitteln Richtung Pritzwalk, Perleberg oder gar Potsdam reisen möchte, hat schlechte Karten. Denn die Stadt und auch die umliegenden Orte sind an Samstagen und Sonntagen sozusagen vom öffentlichen Verkehr abgeschnitten. Ebenso geht es natürlich Reisenden in Richtung Meyenburg. Was bleibt, ist die Fahrt ins benachbarte Mecklenburg, denn dorthin gibt es noch einen Schienenersatzverkehr, wie Katrin Lange betont.

Fast könnte man darüber lächeln, aber der Direktorin des Amtes Meyenburg ist bei diesem Thema nicht zum Lachen, und Meyenburgs Bürgermeister Falko Krassowski auch nicht. Denn mit dem Fahrplanwechsel der Bahn im Dezember 2012 stehen sie vor diesem Problem. Mit dem wurde nämlich der Zugverkehr auf der Strecke Meyenburg-Pritzwalk-Kyritz-Neustadt/Dosse ausgedünnt mit dem Ergebnis, dass nun am Wochenende keine Züge mehr fahren. Busverkehr habe es schon vorher am Wochenende nicht gegeben, der beschränke sich im Amtsbereich im Wesentlichen auf den Schülerverkehr, macht Katrin Lange deutlich. Und das Rufbussystem des Landkreises beziehe sich ebenfalls nur auf Wochentage.

Letzteres stimmt, aber nur bedingt. Denn wer am Wochenende von Putlitz in Richtung Pritzwalk möchte, der kann den kreislichen Rufbus nutzen. "Das ist eine Ausnahmeregelung", betont die für den öffentlichen Personennahverkehr zuständige Geschäftsbereichsleiterin Edelgard Schimko. Hintergrund sei dabei die mit dem Fahrplanwechsel erfolgte Ausdünnung sowohl der Bahn- als auch der Busverbindungen zwischen beiden Städten. Die Stadt Putlitz hatte sich damals nach dem Bekanntwerden der Pläne, dass der Bahnverkehr zwischen Pritz walk und Putlitz völlig eingestellt werden soll, gemeinsam mit einer Bürgerinitiative stark gemacht für den Erhalt der Linie und sich mit dem Landkreis auf einen Kompromiss geeinigt. Der bedeutet aber auch, dass Putlitz pro Jahr 10 000 Euro dazu gibt.

"Wir allein können diese zusätzliche Leistung nicht erbringen", stellt Edelgard Schimko auch in Richtung Meyenburg klar. Der Kreis als Träger des öffentlichen Personennah-, sprich Busverkehrs stecke ohnehin schon jährlich 1,6 Millionen Euro in diesen Bereich, weil die Zahlungen des Landes längst nicht mehr ausreichten, um in einer dünnbesiedelten Flächenregion wie der Prignitz ordentliche Verbindungen anbieten zu können. Die Bahn sei für den Schienenpersonennahverkehr zuständig, dünne aber wegen mangelnder Fahrgastzahlen immer weitere Strecken aus, ohne dafür an die Kreise Ausgleichszahlungen zu leisten. Gemeinsam mit dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin und mit dem Land soll bis Ende 2014 ein Konzept für die Region erarbeitet werden, in das der gesamte Bus- und Bahnverkehr einschließlich der Cargotransporte einfließen soll. Bereits zum Ende dieses Jahres soll zudem ein neuer Nahverkehrsplan des Kreises vorgelegt werden "mit vielen Veränderungen", so die Geschäftsbereichsleiterin. Bis dahin sieht sie keine Chance, zusätzliche Möglichkeiten zu schaffen. Aber vielleicht könne man sich in Meyenburg ja wie in Putlitz eine finanzielle Beteiligung vorstellen, fügt Edelgard Schimko an.

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