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Offiziell: Kaufhaus Nessler schließt im Frühjahr

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Wittenberge | Seit Monaten brodelt die Gerüchteküche, jetzt ist es offiziell: Das Kaufhaus Nessler in der Prignitz-Galerie schließt seine Türen. Nessler wird seinen auslaufenden Pachtvertrag im späten Frühjahr nicht verlängern. Das Unternehmen wirbt derzeit offen mit Räumungsverkauf und Rabatten bis zu 30 Prozent.

Es war ein offenes Geheimnis, dass das Kaufhaus in der Prignitz-Galerie ausziehen wird. Mitarbeiter wurden bereits abgeworben. Ob die Filiale schon vor Ablauf des Pachtvertrages ausziehen wird, ist bislang nicht bekannt. Auch die genauen Gründe bleiben offen. Für eine Stellungnahme gegenüber dem "Prignitzer" war der Nessler-Geschäftsführer Matthias Timm in Ahrensburg wie bereits in der Vergangenheit nicht zu erreichen. Man sei derzeit stark im Weihnachtsgeschäft eingebunden, bat man im dortigen Sekretariat um Verständnis.

Das Modekaufhaus Nessler ist zwar nicht der einzige, aber der größte Mieter in der Prignitz-Galerie. Fehlt dieser, entsteht eine spürbare Lücke in der Einkaufsstraße.

Aus Sicht der Stadt äußerte sich Bürgermeister Dr. Oliver Hermann: "Durch den Auszug des Kaufhauses entsteht eine schwierige Situation für die Prignitz-Galerie." Man sei aber im intensivem Kontakt mit dem Vermieter und würde diesen bei seinen Bemühungen um neue Mieter unterstützen. Wie das aussehen könnte, sei abhängig von den Rahmenbedingungen.

Ist die Prignitz-Galerie zu verbaut und deshalb unattraktiv für Interessenten? Das stellt Gerd-Rainer Woitke, Vorsitzender des Interessenrings WIR, in den Raum. Er weiß von Bewerbern, die aus diesem Grund abgesagt hätten. Auch die hohen Mieten könnten ein Grund sein. "Es wäre positiv, wenn der Vermieter mit sich reden ließe und mit dem Mietpreis etwas heruntergeht", drückte Woitke seine Hoffnung aus.

Die Schließung Nesslers sei zum Nachteil der Stadt, weil es das einzige Kaufhaus mit einem größeren Warensortiment sei. Zu ändern sei es aber nicht.

Wie geht es weiter? Gerhard Miller, geschäftsführender Gesellschafter der Miller Estate GmbH, verwaltet die Immobilie Prignitz-Galerie. Er ist im Auftrag der Eigentümerin aus Süddeutschland tätig. Zum Nessler-Kaufhaus selbst äußert er sich nicht öffentlich. Nur so viel: Für die Prignitz-Galerie gebe es mehrere Interessenten. "Wir fassen Umstrukturierungen ins Auge", so Miller. Dazu seien auch bauliche Veränderungen denkbar. Denn man müsse sich loslösen von den klassischen Galeriestrukturen, da die kleinen Geschäfte für Kunden von der Straße aus nicht einsehbar seien, was ein Nachteil sei.

Ziel sei "ein guter Mietermix", so Miller und bekräftigt das Potenzial der Innenstadt. Die Bahnstraße halte ein sehr gutes Angebot an Einzelhandelsgeschäften vor. Die Einkaufsstraße steht und fällt nicht mit dem Kaufhaus, machte Miller deutlich.

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erstellt am 02.Dez.2011 | 09:10 Uhr

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