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Pilotprojekt in Pritzwalk : Offenes Wlan wird gut angenommen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Das Pilotprojekt wird in Pritzwalk von immer mehr Menschen genutzt. Der Initiator sieht das Angebot als selbstverständlich

von
erstellt am 17.Jan.2017 | 13:58 Uhr

Im Oktober 2015 ging der Pritzwalker Patrick Fenske mit seinem offenen Wlan in Betrieb. Zunächst war der Internetzugang nur für die Besucher der elterlichen Gaststätte gedacht. Dann kam ein Hotspot am Pritzwalker Rathaus dazu. „Das war 2015 zum Weihnachtsmarkt um zu testen, wie das offene Wlan angenommen wird und es funktionierte sehr gut“, sagt Fenske.

Mittlerweile gibt es in Pritzwalk sieben Standorte und zwölf Zugangspunkte. „Pro Tag gibt es etwa 400 Anmeldungen im Netzwerk, wobei man nicht genau sagen kann, wer wirklich surft und das bewusst nutzt“, sagt Patrick Fenske, denn zahlreiche Smartphones loggen sich einfach „im Vorbeigehen“ ein, ohne dass es die Besitzer wirklich bemerken.

Dabei gibt es in Deutschland immer noch rechtliche Bedenken bei offenen Wlan-Netzen. Nach dem jüngsten Urteil des Bundesgerichtshofes ist der Betreiber des Wlan-Netzes nicht dafür verantwortlich, was über sein Netz passiert. Das heißt: Der Betreiber haftet nicht für Dinge, die Nutzer seines Internetzugangs tun. „Das Pritzwalker Wlan-Netz läuft direkt über meinen eigenen Server. Das heißt, die sieben Standorte sind über Richtfunk mit meinem Server verbunden, so dass im Grunde alle im offenen Wlan-Netz meine Anlage nutzen“, erklärt Fenske. Er bestätigt, dass es nach deutschem Recht schwierig sei, private oder auch Firmennetzwerke für jedermann zu öffnen. Die Technik, die Patrick Fenske einsetzt, eröffnet aber auch andere Möglichkeiten. So zum Beispiel die Anbindung von Standorten, an denen eigentlich kein Kabel liegt und kein schnelles Internet verfügbar wäre. Mit dem Richtfunksystem werden aber nicht nur Netzwerke betrieben, sondern auch Überwachungskameras. Diese sind ebenfalls mit dem Server von Patrick Fenske verbunden und leiten ihre Aufnahmen ohne eine Kabelanbindung weiter.

Auffällig ist, dass vor allem viele Asylbewerber das offene Wlan nutzen und sich an den Standorten treffen. „Ich habe das Netz aber nicht nur für die Asylbewerber aufgebaut, sondern für alle in der Stadt, weil ich der Meinung bin, dass dies in unserer heutigen Zeit einfach dazugehört“, erklärt Fenske. In Zukunft möchte er die gesamte Pritzwalker Marktstraße mit dem offenen Internetzugang versorgen. Dazu braucht es noch einige Verteilerpunkte mehr. Denn bisher wird nur das Rathaus durch sein Signal erreicht und von dort weiter verteilt. Allerdings ist der Service von Patrick Fenske nicht kostenlos. Elf Euro pro Monat kostet das Angebot.

 

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