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Der Prignitzer

24. November 2017 | 23:28 Uhr

Ofen aus im Schulgartenhaus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kinder traurig und fassungslos: Langfinger entwendeten den eisernen Kamin aus ihrem grünen Klassenzimmer

von
erstellt am 10.Okt.2014 | 10:14 Uhr

„Hier wollen wir lernen, basteln, spielen, gemeinsam frühstücken“, erzählt Anna Lena aus der 2. Klasse der Grundschule „Geschwister Scholl“. Christian, ebenfalls aus der 2., ergänzt: „Und demnächst den Ofen anheizen und Äpfel drauf braten“. Daraus wird nun vorläufig nichts, denn der Ofen im kleinen Schulpavillon wurde gestohlen. „Wir waren ganz schön schockiert, als wir das erfuhren. Wer macht denn so was, beklaut Kinder?“ Emma aus der 4. Klasse kann es immer noch nicht fassen.

Es war am letzten Montag im September gegen 14.30 Uhr. Wie nach jedem Wochenende will Kathrin Porath, die Lehrerin mit dem grünen Daumen, kurz nach dem Rechten im Schulgarten sehen und gießen. Irgend etwas stimmt nicht. Die Tür des Gewächshauses ist herausgerissen und liegt auf dem Boden, die des Pavillons steht sperrangelweit offen. Ein erster prüfender Blick: Alles ist an seinem Platz. Nicht alles, stellt sie wenig später fest. „Wo ist der Ofen?“ Er ist weg. Da das gute Stück nicht gerade ein Leichtgewicht ist, haben sich die Langfinger die Sackkarre als Transportmittel auch gleich noch zu nutze gemacht.

„Bestimmt wollen die all das im Internet verkaufen“, mutmaßt Leon aus der 2. Klasse, „denn wer braucht sonst so einen Ofen“. „Wir“, sagt Kevin. Denn zum Fest am 6. November sollte er das erste Mal angeheizt werden. „Wir haben 150 Euro für Obstbäume von der Windstromfirma aus Gerdshagen bekommen“, sorgt Kathrin Porath, die die AG der jungen Schulgartenentdecker leitet, für Aufklärung. Dafür werden Obstbäume gekauft, die an jenem Tag auf der Streuobstwiese gepflanzt werden sollen. Hilfe und Unterstützung dabei haben in bewährter Weise bereits die Gärter der Lebenshilfe zugesagt. Nach getaner Arbeit wolle man gemeinsam gemütlich beisammen sitzen. Den Kuchen dafür bringen die Gärtner aus der Hamburger Straße gleich mit. Ob es aber was mit den Bratäpfeln wird, das steht noch in den Sternen.

„Wir bekommen den Ofen zwar von der Versicherung ersetzt, doch der Schreck, über den Diebstahl sitzt bei den Kindern tief“, weiß ihre Lehrerin. 36 kleine Schulgartenentdecker hat sie in ihrer AG, so viele wie noch nie. „Es macht einfach Spaß“, sagt Leoni, die auch ihrer Oma im Garten gern hilft. Für Leon hingegen gehört das Pflanzen, Jäten und Ernten dazu, aber mehr noch steht er aufs Bauen. „Im Winter wollen wir in unserem Pavillon mit Lego-Technik experimentieren“, berichtet er, vorausgesetzt, „wir haben wieder einen Ofen, sonst ist es zu kalt“.

Den werden sie haben und „gut auf ihn aufpassen“, fügt die Lehrerin an, denn man wolle nicht eine Ofenselbstbedienungsstation werden. „Außerdem haben wir ja auch schon Holz gemacht bzw. Eltern haben sich bereit erklärt, uns mit Holz aber auch mit Pflanzen zu unterstützen.“ Ein Grund mehr für die Schulgartenentdecker auf ihr kleines grünes Reich mehr den je ein Auge zu haben. Und vielleicht achten auch die Leute in den Häusern rundherum darauf, dass sich niemand im Schulgarten bedient, der dort nichts zu suchen hat. „Das kostet doch alles viel Geld, Arbeit und wir haben uns ganz toll gefreut, als alle unsere Ideen so nach und nach verwirklich wurden“, ergänzt Emma. Insofern versteht sie es nicht, dass Erwachsene das einfach zerstören bzw. stehlen.

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