zur Navigation springen
Der Prignitzer

11. Dezember 2017 | 20:13 Uhr

Östliche Knoten verzögern sich

vom

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2012 | 10:17 Uhr

Prignitz | Den ganzen Sommer und Herbst über wird in der Westprignitz bereits auf dem neuen Knotenpunktsystem geradelt. Mehr als 50 dieser speziellen Wegweiser sind unter Federführung des Tourismusverbandes Prignitz aufgestellt worden. Damit wurde ein Radtourennetz von insgesamt zirka 450 Kilometern ausgewiesen.

Ende März dieses Jahres war dieser erste Teil des Projektes abgeschlossen. Teil 2 sollte möglichst zeitnah folgen und sich östlich anschließen. Träger hierfür sind die Landkreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin. Der entsprechende Förderantrag wurde bereits vor Monaten von den Leader-Aktionsgruppen der beiden Kommunen beim Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) gestellt. Noch immer jedoch sind keine Finanzen bewilligt.

Nachdem zunächst noch Ergänzungen und Nachbesserungen vorgenommen werden mussten, hat die neuerliche Verzögerung nun aber einen anderen Grund. "Das Infrastrukturministerium in Potsdam musste aufgrund einer Ausnahmeregelung mit eingebunden werden", sagt Bettina Winter von der Neuruppiner Regionalstelle des LELF. Konkret gehe es um das Stadtgebiet von Pritzwalk. Das Aufstellen der Schilder soll auch hier mit Fördermittelunterstützung erfolgen. EU-Gelder gebe es aber nur für den ländlichen Raum, aus dem seien die Kerngebiete der größeren Städte ausgenommen. Es bedürfe also einer gesonderten Genehmigung. Wie das Infrastrukturministerium gestern auf Nachfrage des "Prignitzers" mitteilte, werde die dafür erforderliche Prüfung voraussichtlich noch in dieser Woche abgeschlossen. "Unsere Stellungnahme geht dann zurück ans LELF. Dort fällt dann die Entscheidung", sagt Ministeriumssprecherin Petra Dribbisch. Wie die letztendlich ausfalle, wisse man auch im Ministerium noch nicht.

Parallel dazu laufen in der Region die inhaltlichen Vorarbeiten für die neue Wegweisung. Darum kümmert sich der Tourismusverband Prignitz. Vor Ort wurde bereits in den Bereichen Kyritz, Gumtow und Putlitz besprochen, wie das Tourennetz mit der ergänzenden Beschilderung geknüpft werden soll.

Mit der Knotenpunktwegweisung erfanden die Verantwortlichen aus der Prignitz das (Fahr)Rad übrigens nicht neu, sondern griffen auf ein seit Jahren gut funktionierendes System zurück, das in Deutschland im Großraum Aachen länderübergreifend installiert ist. Nach diesem Vorbild erfolgte die Ausschilderung im hiesigen Reisegebiet. Zu Gute kommen der Prignitz dabei das bereits vorhandene Radwegesystem und Flaggschiffe, wie Elberadweg sowie die jüngst mit jeweils mit vier Sternen zertifizierten Qualitätsrouten Tour Brandenburg und Bischofstour.

Der erste Teil des Projekts wurde durch das Regionalbudget des Landkreises Prignitz unterstützt. Rund 75 400 Euro sind an den Tourismusverband geflossen. Die einzelnen Gemeinden hatten zusätzlich ihre eigenen Anträge gestellt. Der erste Abschnitt umfasst die Kommunen in der Elbtalaue, die Gemeinden Karstädt und Plattenburg, die Städte Wittenberge und Perleberg sowie Teile der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) und des Amtes Putlitz-Berge. "Wir wollten auch in diesen Regionen bereits Routen schließen. Daher haben wir uns nicht auf die Elbtalaue beschränkt", so Uwe Neumann, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz e. V.

Prignitz will sich als ganze Region zertifizieren lassen

Im zweiten Abschnitt will man gut 70 weitere Knotenpunkte installieren. Damit werden Putlitz-Berge, Groß Pankow, Pritz walk, Meyenburg, Gumtow sowie im Nachbarkreis die Regionen Wittstock, Heiligengrabe, Kyritz, Wusterhausen und Neustadt/Dosse in das Knotenpunktsystem integriert. "In einigen Bereichen, wie Pritz walk, Heiligengrabe oder Wittstock gibt es bereits geschlossene Routen. Sie müssen im Grunde nur beschildert werden. An anderen Stellen ist noch etwas mehr Arbeit zu leisten", so Neumann. Insgesamt soll so bis nächstes Jahr ein Netz mit Radrundkursen geschaffen werden, das rund 1000 Kilometer umfasst.

Das Pilotprojekt hat bereits brandenburgweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Vertreter aus anderen Landkreisen nahmen das System in Augenschein. Die Prignitz strebt darüber hinaus an, sich als radlerfreundliche Region vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e. V. (ADFC) zertifizieren zu lassen, und zwar in der gesamten Fläche. Bislang zertifiziert der ADFC lediglich Radrouten nach einem Konzept, das in Brandenburg entwickelt wurde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen