Wittenberge Historie : Ölmühle: Zeitzeugen erinnern sich

img_9114

Genesis lässt Geschichte aufarbeiten. Historie und Gegenwärtiges findet sich in einer Broschüre wieder.

svz.de von
15. Juli 2014, 22:00 Uhr

Reich an Fakten, historisch korrekt, unterhaltsam, mit persönlichen Erinnerungen gewürzt: Das alles in Gemeinsamkeit soll die Broschüre ausmachen, die die Genesis GmbH derzeit zur Ölmühle erarbeiten lässt. Mit der Geschichtswissenschaftlerin Jessika Hänsel hat die Genesis GmbH als Eigentümer der Immobilie einen kompetenten Partner gewinnen können, der das Informationsheft erarbeitet, sagt der Mitgesellschafter der Genesis, Lutz Lange.

Die Ölfabrik, die der Berliner Kaufmann Salomon Herz ab 1823 hier errichtete, gilt als Beginn der Industrialisierung in Wittenberge. Bis zur Wende wurde auf dem Gelände an der Bad Wilsnacker Straße produziert. Dann kam die Liquidation des Traditionsbetriebes.

Mit einem unguten Gefühl erinnert sich Gisela Mewis an diese Zeit und vor allem an jene zwei Tage, „an denen dann alles versteigert wurde“.

Mewis war seit 1957 in den Märkischen Ölwerken beschäftigt, Anfang der 60er Jahre übernahm sie die Funktion der Hauptbuchhalterin. In diesem verantwortungsvollen Posten blieb sie, bis im Betrieb im wahrsten Sinne das Wortes das Licht ausgemacht wurde. „Ich war wirklich diejenige, die nach der Liquidation das Werk abgeschlossen hat“, erinnert sie sich. Und sie erinnert sich auch daran, wie viele Unterlagen mit der Schließung der Ölwerke weggeworfen wurden.

Ganz konnte Mewis dem nicht folgen. „Ich habe es nicht über mich gebracht. Einen dicken Ordner Unterlagen zu den Liegenschaften auf dem Ölmühlgelände habe ich mit nach Hause genommen“, erzählt sie. Diesen Ordner hat sie Ende vergangener Woche Lutz Lange übergeben. „Der Genesis als dem neuen Eigentümer des Areals und der Gebäude stehen die Unterlagen zu“, sagt Mewis.

Die Genesis gibt mit ihren Investitionen dem ehemaligen Industriegelände eine neue Zukunft und schafft Arbeitsplätze. Von dem, was sie in mehr als 30 Jahren in den Ölwerken erlebt hat, berichtete sie der Geschichtswissenschaftlerin. Sie ist eine Zeitzeugin. Auch Produktionsdirektor Bernd Kütbach sowie der technische Direktor der Ölwerke, Hans Lante – er war von 1984 bis zur Schließung im Betrieb – haben als Zeitzeugen ihr Wissen für die Broschüre zur Verfügung gestellt. Lante beispielsweise erzählt davon , „dass wir als volkseigener Betrieb quasi autark waren“. „Wir haben alles selbst gemacht, hatten eigene Handwerker und BMSR-Techniker bis hin zur eigenen Bauabteilung.“


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen