Hotelneubau in Wittenberge : Ölmühle erhält den letzten Schliff

Letzter Schliff an den Flurwänden: Steve Gerdau-Uhde (v.) und Norman Löper von der Firma Duwe zählen zu den rund 50 Handwerkern die aktuell noch auf der Baustelle arbeiten.
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Letzter Schliff an den Flurwänden: Steve Gerdau-Uhde (v.) und Norman Löper von der Firma Duwe zählen zu den rund 50 Handwerkern die aktuell noch auf der Baustelle arbeiten.

Hotelneubau im Speicher eröffnet Mitte des Monats / Buchungen reichen bereits bis ins nächste Jahr hinein

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02. Juni 2016, 21:00 Uhr

In knapp zwei Wochen wird das neue Hotel auf der Ölmühle seine ersten Gäste empfangen. Dabei sind weder die Zimmer fertig, noch die Flure. Fahrstuhl? Den gibt’s auch noch nicht. Stattdessen zwängen wir uns an Handwerkern vorbei, ziehen Köpfe vor den aus Decken heraushängenden Kabeln ein und knipsen am Smartphone die Taschenlampen an, weil noch nicht überall Licht ist. „Sie hätten mal vor einer Woche kommen sollen“, beantworten Lutz und Jan Lange, Gesellschafter der Genesis GmbH, unsere fragenden Gesichter. „Der Prignitzer“ war gestern als erste Zeitung exklusiv zu einem Rundgang eingeladen.


Internationaler Konzern hat gebucht


Die erste Hochzeit im neuen Festsaal ist gebucht. Ein internationaler Konzern wird am 20. Juni eine Konferenz eröffnen. „Er hat alle unsere Zimmer auf dem gesamten Areal belegt“, sagt Jan Lange. Die 30 im bestehenden Hotel und die 30 neuen im Speicher. Dazu kämen noch 48 Zimmer anderer Unterkünfte in Wittenberge. Verzögerungen können sich die Bauherren nicht erlauben.

3,5 Millionen Euro stecken in dem Neubau, davon sind 1,2 Millionen Fördergeld. Fast die gesamte Summe bleibt in der Region. „Wir arbeiten mit hiesigen Betrieben zusammen“, erklärt Jan Lange. Erst im vergangenen Jahr war Baubeginn.

Überraschungen blieben erwartungsgemäß nicht aus. Nur ein Beispiel seien die Balken. „Wir mussten deutlich mehr wechseln, als zunächst vermutet“, so Lutz Lange. Die Mehrkosten allein für diese Position betragen rund 400 000 Euro. Das gesamte Projekt sei intensiv durch die Denkmalbehörde des Kreises begleitet worden. Langes sprechen von einer „konstruktiven Zusammenarbeit“, die durch den Fachplaner Hartmut Jochinke und den bei der Genesis GmbH für Bauprojekte zuständigen Siegfried Reinhardt sowie Rico Schädler begleitet wurde.

Die Entscheidung für diese große Investition sei auch nach all den vorherigen Bauprojekten auf dem Areal richtig gewesen, betont Lutz Lange. Einerseits greife das Konzept mit Tauch- und Kletterturm. „Beide ziehen Gäste an.“ Unabhängig davon steige die touristische Nachfrage, nehmen Fachtagungen und Konferenzen stetig zu.

„Im ersten Hotel haben wir eine Zimmerauslastung von 70 Prozent, zwischen April und Mai bis zu 95 Prozent“, sagt Lutz Lange. Mit dem zweiten Hotel erwartet er keinen Einbruch, im Gegenteil. Die Auslastung beider Häuser werde rund 65 Prozent betragen, lautet seine Prognose. Selbst damit sei noch nicht der Bedarf gedeckt. Mittelfristig sehe er weiteren Bedarf an Hotelzimmern. „Schon jetzt müssen wir manche Gruppenanfrage für das kommende Jahr ablehnen, weil wir kein ausreichendes Kontingent frei haben.“


Wellnesslandschaft eröffnet 2017


Das zweite Hotel unterscheide sich vom ersten Bau. „Dieser war der herrschaftliche Wohnbereich der Familie Herz, jetzt sanieren wir den Speicher. Dieses rustikale Ambiente werde in den Zimmern aufgegriffen. Holz und Schiefer dominieren bei den Möbeln. Die Waschtische sind Einzelanfertigungen, angepasst an die jeweilige Balkenkonstruktion. Zwei Zimmer sind komplett für Rollstuhlfahrer geeignet.

Die Hotelleitung wird Ines Lange übernehmen. Für Rezeption und Zimmerservice seien sechs neue Mitarbeiter eingestellt worden. Damit steige die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf dem Areal auf 60. Perspektivisch könnten es 100 Mitarbeiter werden. Das nächste Bauprojekt startet im Herbst: Die exklusive Wellnesslandschaft auf 1600 Quadratmeter. „Sie wird urig und spektakulär“, versprechen Langes. Eröffnung wird in ersten Quartal 2017 sein.

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