Rudower See : Öffentlicher Zugang gesperrt

Mitarbeiter des Lenzener Stadtbetriebes setzten den Zaun um den Campingplatz einige Meter zurück. Der einst öffentlich zugängliche Weg (links im Bild) hinunter zum Seeufer befindet sich in Privatbesitz und ist gesperrt.
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Mitarbeiter des Lenzener Stadtbetriebes setzten den Zaun um den Campingplatz einige Meter zurück. Der einst öffentlich zugängliche Weg (links im Bild) hinunter zum Seeufer befindet sich in Privatbesitz und ist gesperrt.

Vermessung ergab, dass Weg zum Rudower See sich auf Privatland befindet / Steinkopf: Versäumnisse liegen in der Vergangenheit

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29. März 2014, 12:00 Uhr

Wer aus Richtung Lenzen/Wittenberge bzw. B 189 kommend an den Badestrand des Rudower Sees in Lenzen-Leuengarten (See-Ende) will, steht derzeit vor unüberwindbaren Barrieren. Denn der einzig öffentlich zugängliche Weg dorthin, vorbei am Campingplatz und am Ökohof Janisch, ist seit kurzem nicht mehr zugänglich. Betroffen von der Sperrung sind aber auch die Bewohner der anliegenden Wochenendhaussiedlung.

Doch, was war passiert? Aufgrund des von der Stadt Lenzen geplanten Verkaufs des Campingplatzes am Rudower See wurde das Areal im vergangenen Jahr neu vermessen. Dabei stellte sich heraus, dass die Umzäunung des Campingplatzes und auch der daran vorbeiführende, zu DDR-Zeiten „wild“ angelegte Wanderweg sich zum Teil auf Privatland befinden. Ein Rückbau der Umzäunung auf die neu vermessene Grundstücksgrenze war deshalb unausweichlich. Die Haftung für die Benutzung des alten Weges, der nun über seinen Privatbesitz verläuft, wollte der Grundstückseigentümer nicht übernehmen. Im Zuge des Zaunbaus wurde auch der Feldweg versperrt.

„Die Leute können sich sicher sein, dass es einen Wanderweg um den Campingplatz auch weiter geben wird. Nur mit einer anderen Wegführung“, versprach Bürgermeister Christian Steinkopf noch im November des vergangenen Jahres. Doch der Ankauf neuer Flächen gestaltet sich schwieriger als erwartet. Man sei immer noch in Verhandlungen.

Wie der „Prignitzer“ vom Eigentümer des Grundstücks, auf dem sich der alte Pfad befindet, erfuhr, haben die Verantwortlichen der Stadt gar nicht erst den Versuch unternommen, sich mit ihm über einen Verkauf der (Weg)Fläche oder einen eventuellen Grundstückstausch zu einigen.

Warum aber der Zaun nicht gleich einige Meter weiter auf den stadteigenen Campingplatz zurückgebaut wurde, um damit Raum für einen neuen Weg hinunter zum Seeufer zu schaffen, hat wohl gleich mehrere Gründe. Zum einen wäre die zu veräußernde Fläche noch kleiner geworden, der zu erwartende Ertrag für die Stadt also noch geringer ausgefallen. Zum anderen wären einige Dauercamper, die schon seit vielen Jahren auf ihrem angestammten Platz Ruhe und Erholung suchen, zum Umzug gezwungen worden.

Einen dritten Aspekt erklärt Christian Steinkopf so: „Die Neigung des Weges hinunter zum See ist ein großes Problem. Es ist besser, wir installieren einen neuen Weg, auf dem die Leute von oben bis unten auch mit dem Fahrrad fahren können.“ Das nun aufgetretene Problem mit der fehlenden, öffentlichen Wegführung hinunter zum Seeufer sieht der Bürgermeister allerdings bei Versäumnissen in der Vergangenheit. „Da wurden viele Fehler gemacht.“

Für den Campingplatz selbst ist bisher noch kein potenzieller Käufer in Sicht. Um Interessenten zu locken, hatte die Stadt Lenzen Ende des vergangenen Jahres eine neue Ausschreibung für das Objekt ohne das festgeschriebene Mindestangebot (320 000 Euro) auf den Weg gebracht. Bisher ohne Erfolg. Die Bewirtschaftung des rund 2,3 Hektar großen Areals übernimmt, wie 2013, ein Dauercamper und Privatmann aus Osterburg als Pächter in Eigenverantwortung (laut Vertrag) bis zum Jahresende.



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