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Der Prignitzer

21. November 2017 | 18:47 Uhr

Feuerwehr : Odyssee endet mit tollem Auto

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nach zähem Ringen können die Dargardter Kameraden endlich mit einem zuverlässigen Fahrzeug ausrücken

von
erstellt am 03.Mai.2015 | 22:00 Uhr

Nach Jahren hartnäckigen Drängens um Technik, die den Aufgaben einer Feuerwehr auch gerecht wird und nicht selbst zu einem Risikofaktor verkommt, haben es die Dargardter Blauröcke geschafft. In Form eines Tragkraftspritzenfahrzeugs mit Wasser steht der Lohn ihres Engagements seit Samstag im Gerätehaus. Angesichts des langwierigen Weges, der bis zur Indienststellung des Fahrzeugs zu beschreiten war, verwundert es nicht, dass Ortswehrführer Bodo Burmeister während seiner Festrede mehr als einmal die Stimme bricht.

„Seit 81 Jahren besteht unsere Feuerwehr, und wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben, dass wir nochmal ein passendes Fahrzeug bekommen“, sagte Burmeister. „Heute können wir unser mit viel Aufwand gebautes Gerätehaus endlich seiner eigentlichen Bestimmung zuführen und hier ein Fahrzeug unterstellen, das für das 21. Jahrhundert gerüstet ist.“

Schmunzelnd und Kopfschüttelnd verfolgten die Gäste Burmeisters Rückblick auf den Beschaffungsprozess. Das aus Sargleben übernommene Fahrzeug war eher ein Oldtimer und sollte nur eine Interimslösung sein. Als aber in Aussicht gestellte finanzielle Mittel auch noch mit den Reckenzinern, deren Fahrzeug kaputt gegangen war, geteilt werden mussten, saht es fast so aus, als wenn Dargardt nie zu einem ordentlichen Fahrzeug kommen würde – zumal eines mit Wasservorrat favorisiert wurde, ein Wunsch der kaum mit dem verbleibenden Budget von 30  000 Euro zu realisieren war.

Burmeister und seine Mannen aber ließen sich nicht entmutigen, organisierten selbst ein gebrauchtes Lkw-Fahrgestell, arbeiteten es auf und brachten es schließlich zu einem Aufbauhersteller nach Polen, der die gewünschte Technik einbaute. Nachdem auch letzte Hürde bei der Abnahme durch den Feuerwehr-TÜV genommen war, hatte die Odyssee ein Ende. Sieben Feuerwehrleute können mit dem Fahrzeug ausrücken und mit 950 Liter Wasser an Bord sofort ein Feuer bekämpfen. Einige Ausrüstungsteile wie Leitern und Pressluftatmer fehlen noch und sollen sukzessive ergänzt werden.

Bürgermeister Udo Staeck lobte die Hartnäckigkeit der Dargardter. „Bodo, das ist Wahnsinn und es macht stolz, hier heute so ein Auto zu sehen, und das mit einem Budget von nur 30  000 Euro.“ Weiterhin dankte Staeck den Gemeindevertretern, die ihr Versprechen gehalten und die Mittel für diese Investition freigegeben haben. „Die Zeit, in der wir uns gefragt haben, was wir am Einsatzort sollen, weil wir dort ohnehin nichts ausrichten können, ist vorbei“, so Burmeister. „Jetzt können wir richtig helfen.“

 

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