Elbpegel Wittenberge : Nur noch 1,40 Meter am Elbpegel

Vor genau zwei Jahren: Der Wittenberger Pegel kommt an seine Messgrenze.
Vor genau zwei Jahren: Der Wittenberger Pegel kommt an seine Messgrenze.

Auf den Tag genau vor zwei Jahren ein ganz anderes Bild: Wittenberge erlebte sein größtes Hochwasser

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09. Juni 2015, 22:00 Uhr

Gestern auf den Tag vor zwei Jahren kletterte die Elbe am Wittenberger Pegel auf einen bis dahin noch nie gemessenen Höchststand. Sie erreichte die Rekordmarke von 7,85 Metern. Die Region kämpfte gegen die Riesenflut.

Wie anders das Bild hingegen heute. Der Strom führt Niedrigwasser. Gestern um 12 Uhr wies der Elbpegel Wittenberge gerade noch einen Wasserstand von 1,40 Zentimetern aus. Und für die nächsten Tage ist auch kein Anstieg in Sicht, selbst wenn die Tschechen aus ihren Stauwerken Wasser für die dortige Schifffahrt ablassen. „Die 40 bis 50 Zentimeter haben sich bis hierher verlaufen“, sagt Hubert Finke, Leiter des hiesigen Außenbezirks im Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg. Trotzdem hat es von Montag, als um 10.45 Uhr nur noch 1,26 Meter am Pegel standen, bis gestern einen Wuchs von 14 Zentimetern gegeben. „Das ist ausschließlich Havelwasser“, sagt Finke. Wenn am Gnevsdorfer Wehr ein bestimmter Staustand erreicht ist, reagiere die automatische Wehrsteuerung, lasse etwas Havelwasser in die Elbe durch. Finke erklärt: „Als Faustzahl gelte bei Niedrigwasser zwei Kubikmeter Havelwasser machen sich am Wittenberger Pegel in einer Veränderung von einem Zentimeter bemerkbar.“ Ein mittleres Niedrigwasser betrage, so der Außenbezirksleiter, bei Wittenberge rund 1,40 Meter. Das ist aber noch nicht das Ende der Fahnen- oder besser der Pegelstange. Am 29. September 1947 schaffte der Strom gerade noch die Pegelmarke von 47 Zentimetern.

Egal, ob 47 Zentimeter oder 1,40 Meter: Finke warnt dringend davor, auf die Idee zu kommen, die Elbe zu Fuß durchqueren zu wollen und nennt dafür gleich mehrere Gründe: „Der festgelegte Nullpunkt bei einem Pegel ist nicht identisch mit der Elbsohle. Diese kann bedeutend tiefer liegen.“ Außerdem gebe es Stellen, die sind auch bei Niedrigwasser mehrere Meter tief. Durch Strudel im Bereich von Buhnen bilden sich beispielsweise tiefe Kolke.

Der Berufsschifffahrt bereiten die gegenwärtigen Wasserstände Sorgen. Im Wittenberger Bereich beträgt die Fahrrinnentiefe zwar noch 1,25 Meter, für leichte Schuber mit wenig Tiefgang durchaus ausreichend. Aber in anschließenden Elbabschnitten liegt die Fahrrinnentiefe deutlich unter einem Meter. Damit haben derzeit allein die Freizeitboote auf der Elbe freie Fahrt.

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