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Der Prignitzer

17. August 2017 | 23:37 Uhr

Nur Handbreit Wasser unterm Kiel

vom

Perleberg | Das letzte Hochwasser hat auch in Perleberg Spuren hinterlassen. Tino Hoffmann, der im Auftrag der Eigentümerin der Neuen Mühle die Geschäfte in dem Ausflugslokal führt, kann ein Lied davon singen. Statt 60 Zentimeter hatten die Stepenitzkähne an der neuen Anlegestelle am Mühlenkanal nur noch 35 Zentimeter Wasser unter dem sprichwörtlichen Kiel. Laub, Äste und jede Menge Sand hatte das Hochwasser angespült.

Der Wassertourismus, konkret die zwei Stepenitzkähne, Kanus und die Tretboote sind derweil ein wichtiges Standbein für die gastronomische Einrichtung. "Den alten Anleger können wir seit mindestens fünf Jahren nicht mehr nutzen", versucht sich der junge Geschäftsführer zu erinnern. Durch Wirbel am Wehr werde die Insel immer mehr abgespült und der Seitenarm verlandet zusehends. Früher legten hier die privaten Kanufahrer gern an, doch das ist längst nicht mehr möglich. Es sei denn, sie tragen ihre Boote durch das morastige Flussbett. Auch für die Gäste der Neuen Mühle ist dieser Anblick alles andere als beschaulich. "Dabei sind sie ansonsten fasziniert von der Schönheit der Natur hier. ,Die Fahrt auf der Stepenitz sei schöner als eine Tour im Spreewald. Denn hier sei alles noch unberührter, erzählen viele", so Tino Hoffmann. Die Kombination von Kahnfahrt und guter Küche sei immer gefragter. Nicht von ungefährt machen mittlerweile große Reiseveranstalter Halt im kleinen Perleberg.

Verständlich, dass man in der Neuen Mühle so großes Interesse hegt, dass die Stepenitz auch hier ihre volle Schönheit zur Geltung bringt und man diese touristisch nutzen kann. Die Stepenitzkähne und Tretboote können inzwischen wieder an der Neuen Mühle an- und ablegen, "doch eine endgültige Lösung ist damit noch nicht gefunden", so der Geschäftsführer.

An Ort und Stelle machten sich Stadt und Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) kürzlich ein Bild von der Situation. Da die Stepenitz ein Gewässer erster Ordnung ist, fällt sie in den Zuständigkeitsbereich des LUGV. Und hier will man prüfen, wie man im Rahmen der Gewässerunterhaltung tätig werden kann. Grundsätzlich umfasst das die Sicherstellung des erforderlichen Wasserabflusses, der nach Meinung des Landesumweltamtes gegeben ist. "Dennoch sind auch wir an einer Lösung interessiert, die längerfristig von Bestand ist", betont Referatsleiterin Frauke Zelt, zuständig für Umweltinformation und Öffentlichkeitsarbeit. Was da möglich ist, sei natürlich auch abhängig vom Geld, "denn billig wird so ein Projekt ganz bestimmt nicht", so die Referatsleiterin. Derzeit sei man dabei, Möglichkeiten auszuloten, die die Situation verbessern und zugleich so angelegt seien, dass man nicht nach jedem Hochwasser wieder vor dem gleichen Problem stehe.

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erstellt am 09.Jun.2011 | 06:15 Uhr

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